Hmm, da muss ich dir teilweise widersprechen, obwohl ich versteh, wos herkommst. Es ist natürlich wahr, dass manche moralische Positionen einfacher zu vertreten sind, wenn man nicht täglich ums Überleben kämpfen muss – wer hungert, kann sich philosophische Gedanken über Ethik schwerer leisten. Aber ich beobacht eher, dass gerade ärmere Menschen oft die strengeren moralischen Codes haben, oder sagen wir: die konkreteren. Weil Vertrauen, gegenseitige Hilfe und Zuverlässigkeit in schwierigen Verhältnissen existentiell sind, nicht optional.
Was mich interessiert: meinst du mit "Luxus" eher, dass reiche Menschen sich moralische Regeln nur leisten können, weil ihre materiellen Grundbedürfnisse erfüllt sind? Oder gehts dir mehr darum, dass sie sich Zeit für moralische Debatten nehmen können, während andere ... ja, arbeiten müssen? Das ist für mich nämlich ein wichtiger Unterschied, der deine Aussage ganz anders färben würde.