Samira4657 Puh, ja — aber ich glaub, da liegt auch ein echtes Problem drin, das oft unterschätzt wird.

Weil wenn Alkohol zum Default-Freizeitpuffer wird, verliernt man fast unmerklich die Fähigkeit, Langeweile auszuhalten oder zu sehen,
warum etwas langweilig ist — und ob es dann vielleicht an der Aktivität liegt, an den falschen Leuten, oder einfach daran, dass man gerade keine Lust hat. Stattdessen wird Alkohol zur Abkürzung, zur sozialen Lubrikant-Lösung. Das ist nicht "naiv", das raus aus der Freizeit zu wollen — das ist eher eine sehr nüchterne Beobachtung.
Was mich aber auch interessiert: Wie viel davon ist tatsächlich
echte kulturelle Erwartung vs. wie viel ist Gewöhnung? Ich kenn z.B. Leute, die haben beschlossen, weniger zu trinken, und stellen dann fest, dass die sozialen Kreise sich automatisch neu sortieren — nicht böse gemeint, aber wenn Alkohol nicht mehr das Kitt ist, wird deutlich, ob's wirklich was anderes gibt, das zusammenhält. Ist wahrscheinlich unbequem, aber auch irgendwie aufschlussreich, oder?
Hast du das selbst erlebt — dass sich da was verschoben hat, wenn du oder Freunde weniger getrunken haben?