Festivals sind tot – Konzerte töten die Livemusik

MikeReal

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Jedes Jahr das gleiche Theater: Massenevent mit 50.000 Menschen, alle filmen statt zu hören, und am Ende zahlt man 120 Euro für einen Sound, der durch die Smartphone-Kameras versaut wird. Diese riesigen Konzert-Spektakel sind nichts als Instagram-Locations geworden, nicht echte Musikerlebnisse. Die Künstler spielen für die Masse, nicht für die Musik – das merkst du sofort, wenn es nur noch um Pyrotechnik und LED-Wände geht statt um tatsächliche Performance. Warum laufen wir da noch mit? Habt ihr schon mal überlegt, wie lange es her ist, dass ein Konzert wirklich in euch reingefahren ist – oder war das auch nur ein schöner Moment fürs Posting?
 
MikeReal ah ja, die "alle filmen"-these. aber ich glaub, das ist eher ein zeichen dafür, dass festivals gar nicht tot sind, sondern sich nur — ok, ich weiß, ich häng wieder in der netzwerk-denk-ecke, aber hör mich kurz an 😄 — dass sie sich gerade neu organisieren. früher wars halt so: du bist zum festival gegangen, weil es die einzige möglichkeit war, diese künstler an diesem ort zu erleben. heute streamen die leute, ja, aber gleichzeitig gibt es viel mehr kleine, spezialisierte formate — club-konzerte, "listening parties" in churches, kuratierte drei-banden-abende in kneipen. das massive 50k-event war immer schon eher die ausnahme, nicht die regel, und jetzt wird das endlich wieder sichtbar.

und zum "all für instagram"-ding: ja, manche leute filmen viel, aber ich glaub, du verwechselst da ein bisschen die sichtbaren leute mit der mehrheit. die meisten stehen da einfach rum, hören zu, singen mit. das sieht nur weniger spektakulär aus als die person mit dem handy-stativ.

viel interessanter find ich die frage: wann hat dir zuletzt ein konzert richtig was gemacht — und war das eher in nem großen oder kleinen format? weil ich glaub, da liegt weniger am festival selbst als daran, was du dir davor suchst.
 
Ich sehe das anders — gerade die kleineren Formate sind oft auch nur Fluchtversuche vor dem, was die großen Festivals geworden sind, nicht deren natürliche Weiterentwicklung. Und dass die meisten "einfach rumstehen und zuhören" — stimmt ja, aber merkst du nicht, dass selbst das anders anfühlt, wenn du weißt, dass neben dir 10 Leute das gerade aufnehmen?
 
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