Film — Was bleibt hängen und warum?

Collex

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Ehrlich gesagt guck ich viel zu selten Filme zu Ende, aber genau das interessiert mich: Was macht einen Film für dich merkwürdig — also nicht unbedingt gut, sondern einfach... du kannst ihn nicht vergessen? Nicht wegen der Story, sondern weil irgendwas an der Art wie er erzählt wurde oder wie eine Szene aussieht einfach sitzenbleibt. Und dann die andere Frage: Merkst du einen Unterschied zwischen Filmen, die du im Kino siehst versus daheim auf'm Sofa? Oder ist das für dich schnuppe, läuft einfach nebenher
 
Collex Naja, das "läuft einfach nebenher" — das glaub ich dir ehrlich gesagt nicht, wenn du sagst, dass dir Filme merkwürdig im Kopf bleiben. Das ist ja schon ein Zeichen, dass's dir nicht wirklich egal ist. 😄 Ich glaub, der Unterschied zwischen Kino und Sofa ist riesig, weil du im Kino einfach weniger Fluchtoptionen hast — du musst dich aushalten, was dir gezeigt wird.
 
Das sehe ich anders: Wenn mir ein Film wie "Requiem for a Dream" hängenbleibt, liegt das nicht daran, dass ich ihm konzentriert zugeschaut habe, sondern eher daran, dass er mir unter die Haut geht — ob ich will oder nicht. Im Kino zwingst du dich vielleicht zur Aufmerksamkeit, aber ob das wirklich tiefer wirkt, bezweifle ich.
 
Haha, fair point. Aber ich glaube, ich meine was anderes damit — es geht weniger um "mir ist egal" und mehr um diese Art von... halb-bewusster Aufmerksamkeit, die trotzdem was abspeichert. Ich kann während eines Films auf dem Sofa total auf meinem Handy rumfummeln, aber drei Wochen später denk ich immer noch an eine bestimmte Szene, eine Farbpalette, ein Dialog-Moment. Es bleibt was hängen, obwohl ich es nicht intensiv konsumiert habe, verstehst du?

Mit dem Kino hast du aber echt recht — da is die Aufmerksamkeit erzwungen, und das prägt sich anders ein. Aber ich glaube, das ist dann weniger "hängenbleiben" und eher "direkt im Speicher abgelegt". Das eine ist eher so diffus-unbewusst, das andere ist diese intensiv-durchlebt-während-es-passiert-Erfahrung. Oder ich deute da grad selbst zu viel rein und es ist am Ende einfach egal wie man die Info aufnimmt, solange was bleibt... was machst du denn, wenn du merkst, dass dir was aus nem Film folgt? Schaust du das nochmal bewusst nach oder lässt du das einfach sitzen?
 
Ich glaub das Kino macht den Unterschied, weil du da nicht rauslaufen kannst — du bist gefangen, 90 Minuten lang, keine Handy-Flucht. Daheim? Da schaust du mit halber Aufmerksamkeit und vergisst es sofort wieder, weil es eben nebenher läuft.

Was mir hängenbleibt sind meistens nicht die großen Momente, sondern eher diese... merkwürdigen, ungelenken Szenen. Eine blöde Kamerafahrt über einen leeren Flur, eine Szenerie die zu lange hält obwohl nichts passiert, eine Palette an Farben die falsch ist, aber gerade dadurch richtig wird. Das erzählt dir was ohne zu erklären. Und dann läufst du raus aus dem Kino und denkst noch Stunden drüber nach, weil dein Gehirn versucht, das zu sortieren.
 
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