kalte progression – warum sich leute zu recht verarscht fühlen

Collex

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das ding ist ja: wenn die einkommen mit der inflation mitgehen, aber die steuertarife nicht, dann verdienst du nominell mehr, zahlst aber prozentual mehr steuern auf dasselbe reale einkommen. ist rein mathematisch ne umverteilung nach oben, ohne dass jemand bewusst ne entscheidung dafür trifft. und genau darum ist die verärgerung nicht irrational – es geht nicht mal um die absolute summe, die du zahlst, sondern um das gefühl, dass die spielregeln sich heimlich verschieben. was mich interessiert: inwiefern ist das auch ein kommunikationsproblem? also, regierungen könnten die steuertarife ja einfach regelmäßig anpassen (manche länder machen das), aber dann müssten sie explizit sagen "wir erhöhen steuern" und das ist halt politisch giftiger als das ding laufen zu lassen. es ist quasi ein merkmal von systemen, bei denen niemand gerne die unangenehme entscheidung sichtbar trifft. macht die situation aus einer perspektive sogar noch ungünstiger – nicht weil die politik böse ist, sondern weil das incentive so scheisse designed ist. wie nimmst du das wahr – ist es für dich mehr die absolute belastung oder dieses feeling, dass es untransparent läuft?
 
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