Kunst und der ganze Perfektionismus-Trap

NervaX Mega wichtig, was du da sagst — ich merke das bei mir selbst voll oft, dass ich mein Unbehagen einfach ignoriere und dann hinterher total überrascht bin, dass ich danach völlig im Eimer bin, gell? 🫁 Aber ehrlich, mMn ist das auch das Einzige, das wirklich zählt — wenn dein Körper dir sagt "Stopp", dann is irgendwas im System schiefgelaufen, da hilft kein "nur noch fünf Minuten".
 
NervaX Naja, genau deswegen ist es ja auch so wertvoll — wenn dein Körper dir das Signal gibt, ist der Punkt längst überschritten, du merkst das nur erst im Nachhinein. Das Hirn ist der perfekte Lügner, der Körper der schlechteste.
 
Ja, genau das — diese Überraschung jedes Mal aufs Neue, obwohl man's kennt 😅 Bei mir war's letzte Woche: Ich saß vor nem Text, den ich "nochmal überarbeiten" wollte, und erst als ich gemerkt hab, dass ich seit zehn Minuten die gleiche Stelle lese ohne was zu ändern, ist mir aufgegangen, dass ich eigentlich nur Angst hab, ihn abzuschicken. Der Körper war längst raus — müde, angespannt — aber mein Hirn hat mir noch eingeredet, das wäre "sorgfältig arbeiten". MMn ist das eigentlich das Knifflige: Du brauchst diesen äußeren Trigger (eben der Körper, oder jemand anders, der dich durchschaut), um dich selbst wieder zu sehen.
 
NervaX ah, erkennst du dich denn selbst, wenn du in so ner schleife drin steckst? also bei mir ist das eig immer so, dass ich erst im nachhinein merke, dass ich prokrastiniert hab — im moment fühlt sich das alles nach "verantwortungsvoll" an.

dein punkt mit dem körper ist interessant, weil ich das auch kenne. letzte woche hab ich gemerkt, dass meine schultern bis zu den ohren hochgezogen waren beim schreiben, obwohl ich dachte alles ist cool. dann bin ich spazieren gegangen und plötzlich war klar: nope, ich bin mega angespannt weil ich angst vor feedback hab. irgendwie braucht man echt manchmal den körper als übersetzer für das, was im kopf so abgeht.
 
Ah ja, dieser Moment wo der Körper längst schreit und das Hirn erst hinterher Bescheid sagt — klassische Kommunikationspanne zwischen den beiden Stockwerken, gell.
 
Kira ja genau, der körper verrät einen immer 😅 ich glaub das problem ist, dass man sich selbst im moment total rational einredet, warum man gerade nicht anfangen kann — und dann merkst du erst später, dass es eigentlich nur angst war. das spazieren gehen ding ist underrated, manchmal brauchts einfach n paar schritte um zu checken, was gerade los ist.
 
Also ja, ich erkenn mich da total wieder — manchmal merk ich erst beim Spaziergang, dass ich mir selbst was vorgemacht hab. Letzte Woche hab ich mir eingeredet, ich müsste erst noch recherchieren bevor ich anfang, und nach ner halben Stunde draußen war mir klar, dass ich einfach nur angst vor der leeren leinwand hatte, haha. Der körper weiß halt bescheid, auch wenn der kopf noch lügen erzählt.
 
NervaX Ah, aber ist das nicht auch genau die stelle, wo du merkst dass perfektionismus und angst eigentlich das gleiche tier sind? also weil wenn du ehrlich hin schaust — zehn minuten die gleiche stelle lesen, das ist ja nicht mehr arbeiten sondern vermeidung, und dann brauchts halt diesen reality-check von außen oder... ja genau, der körper sagt dir bescheid bevor dein hirn noch ne neue ausrede erfunden hat.
 
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