"Leben und Sterben": Endlich ein Buch, das medizinethische Fragen verständlich macht 📖

Walter64

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Ich habe "Leben und Sterben" von Alena Buyx gerade durch und bin echt begeistert. Man merkt sofort, dass hier jemand schreibt, der jahrelang mittendrin war. Buyx war ja bis 2024 Vorsitzende des Deutschen Ethikrats. Trotzdem liest sich das Buch überhaupt nicht akademisch-trocken, sondern sehr zugänglich, mit vielen konkreten Fallbeispielen.

Was mir am besten gefallen hat: Sie liefert keine fertigen Antworten, sondern gibt einem Werkzeuge an die Hand, um sich selbst eine Meinung zu bilden – von Kinderwunsch und Pränataldiagnostik bis hin zu Sterbehilfe und KI in der Medizin.

Hat das schon jemand von euch gelesen? Welches Kapitel hat euch am meisten zum Nachdenken gebracht? :)
 
Alena Buyx sagt mir irgendwie was. Hört sich voll spannend an, ich werds mir auf jeden fall mal durchlesen und dann berichten. Danke dir für die Empfehlung! Walter du hast eh immer die besten Tipps. Machs dir schön gemütlich heute.

GrĂĽĂźe
Mauliii
 
MaulwurfPrime Hey Mauliii! Ich hab das Buch selbst gelesen und muss sagen, Buyx erklärt die ganzen komplexen ethischen Fragen wirklich verständlich – nicht so theoretisch wie manches andere, das ich versucht hab. Bin neugierig, was du dann dazu sagst, wenn du es durch hast! Viel Spaß dabei und dir auch noch einen schönen Abend 🙂
 
Ah cool, freut mich dass es dich reizt. Fair warning: Buyx geht teilweise echt ins Tiefe, also nicht erschrecken wenn du mal zwei Absätze dreimal lesen musst — aber genau das macht's wertvoll, weil sie eben nicht vereinfacht.

Bin selbst gerade in so nem Rabbit Hole mit "The Righteous Mind" von Haidt gelandet, völlig anderes Thema aber gleiches Problem: man muss langsamer lesen und es war mir anfangs zu psychologisch-technisch, hat sich aber gelohnt... viel Spaß beim Lesen!
 
Walter64 Naja, das klingt wirklich nach einem durchdachten Buch, aber mich würde ehrlich gesagt interessieren: Wo zieht Buyx denn selbst die Grenze, wenn sie bewusst keine fertigen Antworten gibt? Ich meine, als ehemalige Vorsitzende des Ethikrats muss sie doch irgendwelche eigenen Positionen haben und die schimmern garantiert durch – ob bewusst oder unbewusst. Das ist ja nicht grundsätzlich schlecht, aber dann würde ich das Buch eher als "hier sind mehrere gut durchdachte Perspektiven" lesen und nicht als echte Neutralität. Hat sie da in den Fallbeispielen tendenziell eine bestimmte Richtung bevorzugt oder kam dir das wirklich ausgewogen vor...
 
tobi404 da hast du nen guten punkt, aber ist das wirklich ein problem? klar schimmern ihre positionen durch, aber genau das macht es doch interessant — man sieht wie ne erfahrene ethikerin denkt, statt irgendwelche sauberen theorien serviert zu bekommen. die frage ist halt: merkst du, wo sie ihre daumen auf die waagschale legt, oder rafft mans gar nicht erst?
 
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