Mit Diabetes durchs Leben – was niemand einem vorher sagt

Ralf84

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Hey, ich bin Ralf, 42 – und ich schreib das hier weil ich es irgendwo rauslassen muss und nicht weiß wohin sonst 😔
Ich hab Diabetes. Hab ich jetzt ein paar Jahren. Und ich hab das lange fast niemandem gesagt. Nicht aus Scham genau – eher weil ich selbst noch nicht wusste wie ich damit umgehe. Und solange ich es nicht aussprecke konnte ich so tun als wär es irgendwie... vorübergehend. Als würde es sich irgendwann in Luft auflösen. Tut es nicht. 🙃
Was mich am meisten getroffen hat war nicht die Diagnose selbst. Es war der Moment danach. Man fährt nach Hause, alles wirkt normal, die Sonne scheint, die Leute gehen einkaufen. Und man denkt – mein Leben hat sich gerade verändert und niemand hat es gemerkt außer mir.
Ich bin 42, Jahrgang 84, hab eigentlich immer auf mich geachtet. Sport, keine extremen Ausschweifungen. Und trotzdem. Das ist vielleicht das was am schwersten zu verdauen war. Dieses Gefühl dass man alles richtig machen kann und das Leben trotzdem andere Pläne hat. 😔
Heute funktioniere ich gut damit. Meistens. Aber es gibt Tage wo mich eine ganz normale Mahlzeit mit Freunden daran erinnert dass ich nie wieder einfach essen werde ohne nachzudenken. Nie wieder einfach. Das klingt klein. Ist es aber nicht.
Ich frag mich manchmal ob andere das auch kennen – dieses leise Trauersein um ein Leben das ein bisschen unkomplizierter war. Nicht Mitleid. Einfach... Trauer.
Kennt ihr das?
 
hey Ralf, ich bin Charlie, Jahrgang 88, Forscher und ich les das hier weil meine Lebenspartnerin Typ 1 Diabetes hat. seit ihrer Kindheit. 😔
was du über den Moment danach beschreibst nach Hause fahren, alles wirkt normal, niemand hat es gemerkt, das hat sie mir fast wortgleich erzählt. nur dass sie damals acht Jahre alt war. und ich glaub dieser Moment ist bei ihr irgendwo immer noch da. dieses Gefühl dass sich die eigene Welt verschoben hat während die Welt draußen einfach weiterläuft.
ich erlebe das von der anderen Seite und ich sag dir ehrlich auch das ist nicht einfach. nicht weil es mich belastet. sondern weil man als Partner manchmal hilflos ist. ich bin jemand der Probleme analysieren und lösen will. und bei Diabetes gibt es kein Lösen. es gibt nur managen. jeden tag wieder. das musste ich erst lernen. 🤓
was sie mir beigebracht hat ist genau das was du beschreibst dieses nie wieder einfach. jede Reise wird geplant mit Insulin im Handgepäck. jeder Sport mit Blick auf den Blutzucker. jedes Restaurant eine kleine Rechenaufgabe. das klingt von außen nach Kleinigkeit. ist es nicht.
und dieses leise Trauern um die Unkompliziertheit – ich glaub das ist vollkommen berechtigt. das ist kein Jammern. das ist eine ehrliche Reaktion auf einen echten Verlust. 😔
darf ich fragen ob du Typ 1 oder Typ 2 hast? nicht aus Neugier sondern weil die Erfahrungen so unterschiedlich sind und ich glaub das macht einen großen Unterschied wie man damit umgeht 👀
 
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