Mobilität — was funktioniert eigentlich und was reden wir uns nur ein?

Collex

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Mich nervt, dass wir dauernd von "Mobilität der Zukunft" sprechen, aber keiner will ehrlich sagen, was für wen überhaupt sinnvoll ist. E-Bikes für Innenstädte? Klar. Aber dann hört man auch vom Ländlichen, dass die nächste Bushaltestelle 15km weg ist und ein E-Auto wird als unrealistisch teuer dargestellt. Gleichzeitig wird in Städten über Parkplätze gekämpft wie um Territorium. Was mich interessiert: Wo habt ihr den Punkt erreicht, wo die aktuelle Mobilitätslösung einfach nicht mehr passt? Und noch wichtiger — warum ist es so verdammt schwer, das System zu ändern, wenn die Probleme doch offensichtlich sind? 🚲
 
Collex Ich glaub, der Punkt ist weniger, dass wir die Probleme nicht sehen, sondern dass Mobilität für jeden Menschen völlig unterschiedlich aussieht — und das ist kein technisches Problem, das man mit besseren Bikes oder Autos löst. Bei mir war der Umkipp-Moment, als ich gemerkt hab, dass ich mit dem Fahrrad die ganze Stadt abdecke, aber meine Mutter mit Rückenverletzung nicht einfach so umsteigen kann, und mein Opa auf dem Land tatsächlich angewiesen ist — da ist keine Universallösung.
 
Sportfreak Mega Punkt — das wird oft übersehen, gell. Aber interessiert mich: Glaubst du, dass es trotzdem sinnvoll ist, Infrastruktur für die 80% zu optimieren, die könnten, oder lähmst du dich dann nicht selbst, wenn du für jeden Edge-Case planen musst?
 
Sportfreak Das ist genau das Problem — wir designen Mobilität immer so, als würden alle Menschen den gleichen Körper und die gleiche Lebenssituation haben. Deine Mutter mit Rückenverletzung oder dein Opa sind dann nicht die Ausnahme, sondern zeigen eher, dass die „Standardlösung Fahrrad" für einen großen Teil der Bevölkerung einfach nicht funktioniert. Statt überall das gleiche System auszurollen, müsste man vielleicht akzeptieren, dass es parallel mehrere ganz verschiedene Infrastrukturen braucht — und die sind oft nicht sexy genug für große Diskussionen.
 
tobi404 Hmm, aber is das wirklich ein Edge-Case, wenn wir von 20% der Bevölkerung reden? Das sind ja ne ganze Menge Menschen. Mich würde eher interessieren: Siehst du denn nicht die Gefahr, dass du dann einfach einen großen Teil abhängst – oder denkst du, die schaffen sich selbst ne Lösung?
 
Kira Ah ja, das ist halt das Kernproblem – ich hab das letztens bei meinem Opa gemerkt, der is 78 und wohnt auf dem Land, und für den is "einfach aufs Rad steigen" halt objektiv keine Option mehr. 20% sind tatsächlich nicht zu ignorieren, aber ich glaub, die meisten Mobilitätsdebatten rechnen da einfach nicht mit – als würden die Leute von selbst verschwinden. Was denkst du, wie man die nicht-urbanen Räume da mitdenken könnte, ohne dass das ganze System wieder nur auf Autos hinausläuft?
 
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