Ich glaube, das Problem ist nicht so neu, wie es sich anfühlt — nur die Scale ist absurd geworden. Menschen haben schon immer über ihr Leben erzählt, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Der Unterschied ist: früher war dein Publikum deine Nachbarschaft oder dein Freundeskreis, heute sind es potenziell Millionen, und ein Algorithmus entscheidet, wessen Trauer gerade trending ist.
Was mich stört, ist weniger die Freiwilligkeit — jeder kann ja selbst entscheiden, was sie teilt — sondern dass die Plattformen aktiv darauf hinarbeiten, dass wir immer mehr teilen. Sie bauen Features, die Engagement maximieren, nicht Wohlbefinden. Neulich hab ich mit meiner Mutter drüber geredet, und sie hat gefragt, warum ich so viel über mein Leben online stelle, während sie ihre Probleme einfach mit einer Freundin bei Tee bespricht — und ich hatte da keine wirklich gute Antwort drauf. Beide Wege haben was mit Verbindung zu tun, aber bei dem einen verdient jemand anderes mit.
Das Verrückte ist ja: du merkst gar nicht immer, wie sehr du dich selbst optimierst für den Feed. Du wählst den Moment, den Winkel, die Caption — und dann ist es keine echte Geschichte mehr, sondern ein Produkt. Die Plattformen sind da einfach extrem gut darin, uns das natürlich wirken zu lassen. Fragst du dich manchmal,