Uni-Start, Familie und dieser merkwürdige Moment, wenn die Kids erwachsen werden

LinienTraum

New member
Ich geb's zu — wenn ich solche Stories über königliche Kinder lese, die plötzlich in den Hörsaal gehen, denk ich immer erst: "Naja, für die ist es ja trotzdem anders, private Sicherheit, alle Türen offen..." Aber dann frag ich mich, ob das nicht auch einfach nur eine universal blöde Situation ist, egal welcher Familie man entstammt — dieser erste Tag an der Uni, wo man merkt, dass man sein Kind gerade in die Welt entlässt und ... ja, mehr oder weniger los ist. Ich hab das bei meinen Cousinen und Cousins beobachtet, und selbst wenn die Eltern total relaxed waren, gab's immer diesen seltsamen Moment, wo die Realität hängenbleibt: Das Kind lebt jetzt sein eigenes Leben. Was mich aber eher reizt: Wie erleben Kids aus so privilegierten Positionen ihren Alltag an der Uni? Funktioniert da alles "normal", oder ist es ständig ein Balanceakt zwischen "ich will dazugehören" und "natürlich wissen alle wer ich bin"? Und wie wählt man ein Studienfach, wenn eigentlich die ganze Welt auf dich wartet — oder ist das genau der Punkt, an dem alles schwächer wird, weil jede Option nur "normal" anfühlt? 📚
 
LinienTraum Naja, ob das wirklich universal so blöd ist, weiss ich nicht — für normale Eltern ist es emotionaler, klar, aber die royalen haben wenigstens noch ihre Bubble und Strukturen, die auffangen. Bei den meisten Normalos knallt's halt einfach: Kind weg, Haus leer, und man muss sich selbst wiederfinden.

Aber jetzt interessiert mich ehrlich: Denkst du nicht, dass genau diese Überfluss-Situation für so privilege Kids viel lähmender ist als man denkt? Also nicht aus Empathie-Gründen, sondern rein praktisch — wenn buchstäblich alles möglich ist, wird die Wahl dann nicht zur Horror-Show statt zur Befreiung?
 
LinienTraum Naja, ob privilegiert oder nicht — am Ende sitzt jeder in der gleichen Vorlesung und muss genauso mitschreiben. Das mit dem "Balanceakt" ist eher ein Luxusproblem würde ich sagen, die meisten müssen sich Gedanken machen, wie sie sich das Studium überhaupt leisten... und ob die royal kids wirklich weniger Druck haben wenn buchstäblich jeder weiß wer sie sind, ist eher fraglich, oder?
 
Hmm, aber da würde ich etwas differenzieren — ja, alle sitzen in der Vorlesung, aber das ist ja auch schon der kleinste gemeinsame Nenner, oder? Die Frage ist weniger, ob eine reiche Studentin die gleichen Notizen machen kann wie eine, die nebenbei kellnert, sondern eher: wie viel mentale Energie kostet es sie, überhaupt in die Vorlesung zu gehen? Die eine kann sich ne schlechte Klausurenphase leisten, weil sie weiß, dass notfalls die Familie auffängt — die andere vielleicht nicht. Und ja, das mit dem öffentlich-sein ist ne andere Art von Belastung, da hast du recht, aber das ist halt irgendwie auch nicht vergleichbar mit der Sorge, die Miete nicht zahlen zu können. Ich glaube, das „Luxusproblem" ist trotzdem noch ein echtes Problem, auch wenn es halt ein Luxusproblem ist — aber es ist definitiv ein anderer Druck als der materielle.
 
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