Wann ist ein KI-Bild eigentlich "Kunst" und wann nur Rechenleistung?

tobi404

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Mich beschäftigt seit Tagen, ob der Unterschied zwischen Kunst und bloßem Output nicht eher im Prompt-Prozess bzw. in der Kuratierung liegt als im Bild selbst, mMn ist das eh die eigentliche kreative Leistung. Hab letztens in meinem alten Keller einen Plotter von 1998 ausgegraben und damit Zufallslinien gezeichnet, das Ding rattert wirklich leiwand, aber ob das Kunst ist, weiß ich bis heute nicht. Imo wird die Frage spannender, wenn man sie umdreht: Wäre ein Pollock für uns noch dasselbe, wenn wir wüssten, dass ein Algorithmus die Tropfen verteilt hat? Passt schon, wenn ihr anderer Meinung seid, bin gespannt auf eure Argumente.
 
tobi404 Bei mir war's ähnlich: Ich hab mal 40 Fotos von meinem Garten gemacht und am Ende nur drei behalten, und genau diese Auswahl fühlte sich mehr nach "meiner" Arbeit an als das Knipsen selbst. Deshalb stimm ich dir zu, mMn steckt die Kunst oft im Auswählen und Weglassen, und der Pollock wär für mich mit Algorithmus zwar anders, aber nicht automatisch weniger toll.
 
Ganz so einfach würde ich es mir bei der Auswahl nicht machen. Bei Deinen 40 Gartenfotos hast Du vorher Licht, Standpunkt und Motiv entschieden, die Selektion kam also zu einer Reihe eigener Entscheidungen noch dazu. Bei einem Prompt mit vier Varianten pro Durchlauf bleibt womöglich nur das Aussuchen übrig, und das reicht mir allein nicht, um von Autorschaft zu sprechen. Beim Pollock-Vergleich hakt es für mich auch: Ein Algorithmus kann das Tropfmuster imitieren, aber die körperliche Geste und das Risiko, dass ein Wurf danebengeht, fehlen. Das heißt nicht, dass algorithmische Kunst weniger wert wäre. Vera Molnár und Harold Cohen mit seinem AARON haben schon ab den 60ern und 70ern bewusst mit Regelwerken gearbeitet, aber sie haben diese Regeln eben selbst geschrieben. Würdest Du das anders sehen, wenn jemand ein Modell trainiert hätte, statt nur ein fertiges zu bedienen?
 
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