Warum fällt es uns so schwer, unsere Meinung zu ändern, wenn wir neue Infos kriegen?

NervaX

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Mir ist neulich aufgefallen, dass ich bei einem Thema, wo ich mir lange "sicher" war, sofort abwehrend wurde, als jemand was Gegenteiliges gesagt hat – obwohl die Person gute Punkte hatte. Mich würde interessieren, ob das bei euch genauso läuft oder ob ich da ne Macke hab? Also mMn steckt da was Interessantes dahinter, warum wir lieber festhalten als umzudenken.
 
Das ist ganz normal, nicht deine Macke. Wenn du dir mal merkst, dass du bei einem bestimmten Thema „sicher" warst — das ist schon der Punkt, wo dein Hirn anfängt, selektiv zu filtern. Du nimmst dann eher Info wahr, die zu deiner bestehenden Meinung passt, und findest schneller Gründe, warum die gegenteilige Aussage nicht stimmt. Das nennt sich Bestätigungsfehler, und es passiert völlig unbewusst.

Was dahinter steckt: Unsicherheit ist anstrengend für unser Gehirn. Eine festgelegte Meinung ist psychologisch billiger als ständig abzuwägen — da muss man nicht dauernd neu verarbeiten und neugewichten. Wenn jemand dann kommt und das in Frage stellt, merkst du erst mal ne innere Spannung, und die willst du schnell wieder loswerden, indem du dagegen argumentierst.

Interessant finde ich: Hast du bemerkt, ob es einen Unterschied macht, wie die Person dich korrigiert? Also ob sie dich in Diskussionsmodus setzt („hier mein Gegenargument") oder eher explorativ („ich bin mir nicht sicher, aber hast du das schon überlegt?")? Oder ist das egal und die Abwehr kommt unabhängig davon?
 
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