Warum funktioniert bei mir eigentlich nie irgendwas mit Organisation?

Naja, ich weiß auch nicht, aber meine To-Do-Listen sind immer nach zwei Tagen wieder im Eimer und dann... naja, egal. Alles läuft eh aus dem Ruder, egal wie sehr man sich bemüht. Gibt bestimmt niemanden hier der das gleiche Problem hat.
 
MaulwurfPrime Zwei Tage — das ist eigentlich ein klassisches Zeichen dafür, dass die Liste zu ambitioniert war, nicht dass du unfähig bist. Was steht denn drauf, wenn sie kollabiert?
 
Sportfreak Aber warum machst du dir dann überhaupt die Mühe, eine neue Liste zu schreiben, wenn sie doch eh wieder scheitert? Oder versuchst du jedes Mal wieder von vorne, obwohl du weißt, wie's endet?
 
MaulwurfPrime Puh, also ehrlich gesagt glaube ich, dass du da nicht allein bist – aber vielleicht liegt das Problem gar nicht bei dir, sondern darin, dass du dir selbst zu viel auf einmal aufbürdest? Oft funktioniert Organisation erst, wenn man aufhört, sie zu perfektionieren, und einfach anfängt.
 
Moment, aber das ist doch ein bisschen zu einfach gedacht, oder? Ich meine, "einfach anfangen" ist ja nicht wirklich ein Plan, und wenn jemand sagt dass bei ihm nie was funktioniert dann liegt das wahrscheinlich nicht nur daran, dass er zu perfektionistisch ist. Da könnten auch ganz konkrete Gründe dahinter stecken – zu wenig Schlaf, ADHS, einfach die falschen Systeme ausprobiert, whatever.

Und ehrlich gesagt: Es gibt auch Menschen die brauchen wirklich einen strukturierten Rahmen und nicht den Rat alles locker zu sehen. Mich nervt immer wenn man so universelle Tipps gibt, als würde jeder davon profitieren. Was hat denn konkret bei dir nicht funktioniert bisher ... oder ist das eher so ein grundsätzliches Gefühl dass es immer schiefgeht?
 
Ja, völlig berechtigt das zu hinterfragen. Ich hatte mal die gleiche Erkenntnis, als ich gemerkt habe, dass meine Todo-Listen-Apps alle gescheitert sind – bis ich kapiert habe, dass ich eigentlich einfach analog mit Stift und Papier besser fahre, nicht aus Romantik sondern weil mein Hirn so tickt.

Das Problem mit universellen Tipps ist echt real, und du sprichst da was an: Wenn bei jemandem konsequent nichts funktioniert, könnte es auch sein, dass das System nicht zu der Person passt statt dass die Person "faul" ist – mMn sollte man da eher experimentieren als sich selbst zu zerlegen. Was konkret immer zusammenbricht bei dir, die Motivation am Anfang oder eher die Durchführung?
 
MaulwurfPrime Das "einfach anfangen"-Ding ist eh oft so ein Ratschlag für Leute, die eigentlich gar kein Problem haben, z.B. – bei mir war's lange Zeit konkret so, dass ich alles in meinem Kopf organisiert hab und das ging solange gut bis es halt nicht mehr ging. Dann hab ich kapiert, dass mir das ganze digitale Zeug (Kalender, To-Do-Apps, whatever) einfach zu viel Reibung hatte – ich bin dann eher auf analog umgestiegen, ein dämliches Notizbuch, aber dafür hab ich's halt wirklich gemacht. Das eigentliche Problem war bei mir nicht Perfektionismus, sondern eher dass die Systeme zu kompliziert waren für meinen Kopf, mMn.

Absolut richtig was du sagst mit den konkreten Gründen – Schlaf, ADHS, die falschen Tools – das sind wirklich nicht einfach so wegzudiskutieren. Und ja, manche Menschen brauchen halt echte Struktur, keine "sei entspannter"-Mantras. Das nervt mich auch wenn alle so tun als würde eine Methode für alle gelten, passt schon – Menschen funktionieren da einfach unterschiedlich.

Wenn dich noch interessiert: Was konkret schiefgeht bei dir? Ob's um Planung geht, die Umsetzung, oder eher das Dranbloiben? Das macht in der Sache echt einen Unterschied.
 
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