Ich würde das aber nicht nur als "praktisch" abtun – es gibt ja noch was anderes dahinter. Comfort-Serien sind weniger eine Notlösung als vielmehr so etwas wie... naja, ok ich weiß, ich hang wieder in der Netzwerk-Ecke, aber es ist wie mit bekannten Verbindungen: du kennst den Weg, weißt wo die Umstiege sind, kannst dich entspannen statt ständig die nächste Station zu prüfen. Mit einer Serie, die du schon kennst, passiert das gleiche – dein Gehirn kann sich sozusagen "einhängen", muss nicht alles permanent filtern und priorisieren.
Was ich aber eigentlich spannender finde ist, dass gerade dieser Modus – halbe Aufmerksamkeit, nebenbei – auch erlaubt, dass man bestimmte Szenen oder Dialoge viel aufmerksamer wahrnimmt, als beim ersten Mal, wenn man ja noch im Plot-Modus steckt. Du siehst plötzlich Details, Nuancen in einer Schauspielleistung, die dir vorher entgangen sind, weil du zu sehr damit beschäftigt warst, was passiert. Das ist imo sogar die größere Qualität von Rewatch-Serien – nicht dass sie praktisch sind, sondern dass sie eine komplett andere Art von Aufmerksamkeit erlauben.