Sportfreak Ehrlich gesagt: ja, voll. Nicht weil ich dann selbst rumwühlen würde in den Rohdaten — du hast recht, das macht kaum einer — sondern weil die
Existenz dieser Trennung selbst schon ein Signal wäre. Wenn eine unabhängige Stelle die Daten analysiert und sagt "Hier sind die Befunde, und hier ist die politische Interpretation dazu — schaut selbst, wo wir divergieren", dann merkst du als Konsument sofort: Aha, es gibt eine Ebene, auf der jemand
nicht politisch motiviert ist. Das schafft ne Art Anker, gell — nicht weil die Fachleute infallibel wären, sondern weil die Rollen klarer sind.
Das Problem jetzt ist ja nicht mal die bewusste Lüge, sondern die subtile Deutungshoheit: Die gleichen Daten können drei verschiedene Geschichten erzählen, je nachdem welche Variablen du in den Vordergrund rückst, welchen Zeitraum du nimmst, welche Kontexte du einwebst. Und wenn der Politiker selbst der ist, der das Framing vornimmt, dann hast du von Anfang an verloren, weil du gar nicht weißt, wo das Deutungsangebot endet und die Fakten anfangen. Eine unabhängige Stelle könnte sagen: "Die rohen Zahlen sind X, Y, Z — und verschiedene politische Perspektiven interpretieren die so oder so." Das ist ein riesiger Unterschied.
Würde es mein Vertrauen steigern? Ja, aber nicht blind — eher würde ich wieder anfangen, das System selbst für legitim zu halten. Hast du den Eindruck, dass das bei dir auch so funktionieren würde, oder is das zu naiv?