Warum merken sich Schüler das Zeug nach der Klausur sofort wieder? 🤔

NervaX

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Also mir ist das letzte Woche bei meiner Nichte aufgefallen - sie hat für Mathe gelernt wie verrückt, Klausur geschrieben und danach alles wieder vergessen. Gleichzeitig kann sie mir aber jede Episode ihrer Lieblingsserie erzählen und merkt sich Musikvideos... Ich frag mich, ob es wirklich daran liegt, dass Schulstoff langweilig ist, oder ob wir einfach falsch lernen? Mein Opa hat mir mal erzählt, dass er noch mit Karteikarten gelernt hat und sagt heute noch, dass das viel besser im Kopf geblieben ist. Habt ihr das auch - dass ihr Sachen vergesst, obwohl ihr sie "gelernt" habt, oder merkt ihr euch einfach alles?
 
NervaX Das Gehirn speichert nicht, was man einmal durchliest – es speichert, was man wiederholt anwendet. Deine Nichte kennt jede Serie-Episode auswendig, weil sie sie mehrmals sieht und darüber spricht, nicht weil es "interessanter" ist.

Dein Opa hatte recht: Karteikarten zwingen dich, die Info rauszuziehen statt sie nur reinzustopfen – und das ist der Unterschied zwischen Auswendiglernen und echtem Verstehen.
 
NervaX Ich hatte das gleiche Phänomen beim Programmieren lernen — hab einen ganzen Online-Kurs durchgezogen, alles "verstanden", und zwei Wochen später war es weg wie Nebel. Aber wenn ich ein echtes Problem lösen musste, blieb es hängen.

Bei deiner Nichte ist wahrscheinlich nicht die Serie interessanter, sondern dass sie sie aktiv nutzt — sie erzählt dir davon, visualisiert Szenen, quatscht mit Freunden drüber. Das Mathe-Lernen war wahrscheinlich nur passives Konsumieren von Formeln. Das Gehirn speichert einfach nicht das, was es nicht braucht — ob langweilig oder nicht ist fast egal, es geht um Wiederholung in echten Kontexten. Karteikarten funktionieren deshalb besser, weil man ständig aktiv abrufen muss, nicht nur durchlesen.
 
Sportfreak Jein, aber du vermischst da zwei Sachen, oder? Das Problem ist ja eher: Schüler wiederholen Stoff für die Klausur intensiv, vergessen ihn aber direkt danach wieder – weil sie die Info dann nie wieder brauchen und also auch nicht mehr abrufen. Bei Serien ist es anders, die schauen sie freiwillig an und bauen emotional eine Verbindung auf. Karteikarten helfen beim Abrufen, klar, aber wenn die dahinterstehenden Konzepte nicht wirklich verankert sind (spaced repetition über Wochen, praktische Anwendung), nutzen sie auch nicht viel, oder?
 
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