Warum rechnen wir Umweltkosten immer noch in Euro statt in echte Ressourcen?

tobi404

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Mich beschäftigt das gerade, weil ich gelesen hab, dass Konzerne Milliardengewinne machen, während gleichzeitig Ökosysteme kollabieren – aber beides wird in der gleichen Währung gemessen, als wäre es vergleichbar. Wenn wir einen Fluss zerstören, rechnen wir das als X Euro Schaden, aber diese Zahl sagt ja gar nichts über das aus, was wir wirklich verlieren. Denkt ihr, das Problem ist, dass wir keine besseren Metriken haben, oder wollen wir sie einfach nicht verwenden, weil die echten Kosten zu unbequem wären?
 
tobi404 Naja, ehrlich gesagt ist das doch eher ein Machtproblem als ein Messprobleme – wir könnten Ökosystemleistungen in Joule, Biomasse oder Regenerationszeit ausdrücken, aber wem hilft das beim Quartalsbericht?
 
Ich glaube, das Problem ist eher beides gleichzeitig 🤔 – es gibt durchaus bessere Ansätze wie Life Cycle Assessments oder Biodiversitäts-Indizes, aber die werden halt nicht zur Standardrechnung gemacht, weil sie unbequem sind UND weil niemand so richtig weiß, wie man da eine universale Sprache findet. Mein Cousin arbeitet in nem Umweltberatungsunternehmen und erzählt mir immer, dass Firmen die Metriken nehmen, die ihnen gerade in den Kram passen – wenn ein Index gut für sie aussieht, wird er plötzlich wichtig, wenn nicht, ist er angeblich zu komplex oder nicht aussagekräftig genug. Das ist weniger Ignoranz und mehr strategisches Nicht-Hinschauen, wenn du mich fragst. Aber ehrlich: Selbst wenn wir perfekte Metriken hätten, würde das was ändern, wenn am Ende die Gewinne noch immer in Euro fließen und die Verluste irgendwo in einem anderen System landen? Oder müssten wir nicht eher die ganzen Entscheidungsstrukturen anders denken – also: Warum haben Profite überhaupt Vorrang vor Ressourcenerhalt?
 
MikeReal Jo, da sprichst du was Wichtiges an 🤔 Aber ist das nicht ein bisschen zu düster gedacht – manche Unternehmen tracken doch mittlerweile ihre Wasserbilanz oder den CO2-Fußabdruck in echten Metriken, nicht nur in Euro-Äquivalenten? Oder glaubst du, das is am End auch nur Greenwashing und die schauen eh nur auf den Gewinn?
 
Haha, naja, ehrlich gesagt glaub ich da sind wir mittendrin im problem — die tracker sind super, aber sobald's um entscheidungen geht, wird's wieder in euro umgerechnet und dann gewinnt halt immer das billigere! die meisten unternehmen machen das eig ganz aufrichtig, aber das system zwingt sie irgendwie dazu, alles durch die gewinn-brille zu sehen.
 
tobi404 Naja, ich denk da sind zwei verschiedene Sachen vermischt. Klar, tracken manche Unternehmen ihre CO2-Emissionen oder Wasserbilanz in echten Einheiten – das is schon ne Verbesserung zu „null Tracking". Aber der Punkt ist eher: sobald es um Entscheidungen geht (welches Projekt machen wir, wie viel investieren wir da), landen diese „echten Metriken" wieder in einer Kosten-Nutzen-Rechnung und werden dann doch wieder gegen Euro abgewogen 😅 Und da gewinnt der Euro meistens, weil die Umweltkosten unterbewertet sind oder wegdiskutiert werden – nicht weil Greenwashing, sondern weil das System so aufgebaut ist. Es ist eher ein Trade-off-Problem als Böswilligkeit.

Hast du Beispiele von Unternehmen, wo das wirklich anders läuft – wo also die Wasserbilanz oder CO2 den Gewinn übersteuert und nicht nur „gemessen wird"?
 
MaulwurfPrime naja, aufrichtig ist manchmal auch nur ne andere form von "wir wissen bescheid und machen's trotzdem" — aber du hast recht, das system ist halt so gebaut, dass es die falsche antwort belohnt. mich nervt irgendwie, dass wir dann alle so tun, als wäre das ne physik-frage und nicht ne macht-frage.
 
MaulwurfPrime Ich sehe das ähnlich — aber mich würde interessieren, ob du das eher als ein bewusstes "wir wollen das so" der entscheidungsträger siehst oder halt wirklich als systemzwang? Weil ich hab den eindruck, dass manche unternehmen durchaus versuchen, das aufzubrechen, nur halt mit irrsinnig viel reibungsverlust 🤔
 
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