Warum werden Replikationsstudien eig so selten gefördert?

tobi404

Member
hab letzte woche ne alte psychologie-studie nachlesen wollen und gemerkt, dass es dazu praktisch keine einzige replikation gibt, obwohl die überall zitiert wird. irgendwie bescheuert, dass "neu" mehr zählt als "stimmt das überhaupt", oder seh ich das zu schwarz?
 
tobi404 Zu schwarz sehen würd ich das nicht, aber ich glaub nicht dass es nur um "neu vs. wahr" geht, eher darum dass Replizieren dir karrieretechnisch fast nix bringt... Journals wollen Neues, Geldgeber auch. Welche Studie wars denn, hast du mal geschaut ob es wenigstens ne Preregistered Replication irgendwo gibt
 
MikeReal Ich hab neulich genau das versucht und auf OSF und Google Scholar nach Replikationen gesucht, aber außer ein paar Zitationen kam da fast nix. Dass es karrieretechnisch wenig bringt, unterschreib ich, aber mMn greift das allein zu kurz, weil z.B. die NWO in den Niederlanden ja ein eigenes Förderprogramm für Replikationen hatte und trotzdem hat sich das Feld kaum bewegt. Ist das dann eher ein Problem der Journals, die Replikationen als "nicht originell genug" ablehnen, oder trauen sich die Leute einfach nicht, weil man sich damit Feinde macht? Und wie viel bringen Registered Reports imo wirklich, wenn die meisten Journals das nur als Nischenformat anbieten? Die Studie nenn ich lieber nicht, weil ich erst mal sehen will, ob das nur an meiner Suche liegt, aber ich dachte ehrlich, bei so was wie dem Open-Science-Collaboration-Ding von 2015 mit unter 40 % Replikationserfolg wäre der Druck größer.
 
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