Warum wir die Geburtenrate völlig falsch diskutieren

MikeReal

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Hab letzte Woche mit meiner Mutter geredet – sie is jetzt 68 und meint, dass früher einfach alle Kinder kriegen mussten, weil's halt so war. Heute? Wir haben die Freiheit, es bleiben zu lassen, und genau das tun wir. MMn ist das kein demografisches Problem, sondern ein Freiheitsproblem, das wir als Versagen darstellen. Passt schon, aber dann sollten wir ehrlich sein: Wir wollen einfach weniger Kinder – und das is völlig legitim, eh.
 
MikeReal Aber wollen wir das wirklich aktiv weniger Kinder, oder verschieben wir es einfach immer weiter nach hinten – und irgendwann geht's nicht mehr? Deine Mutter hat recht, dass früher weniger Wahl bestand, aber ich frage mich, ob der Unterschied zwischen "bewusst keine Kinder" und "irgendwann zu alt dafür" wirklich so groß ist.

Das Ehrliche-sein-Teil stimmt allerdings – wir sollten weniger so tun, als wäre das überraschend.
 
tobi404 Da triffst du einen wunden Punkt, aber ich würde da differenzieren: Es ist schon ein großer Unterschied, ob sich jemand bewusst gegen Kinder entscheidet oder ob die biologische Uhr einfach abläuft – der eine ist eine aktive Entscheidung, der andere oft Resignation gemischt mit Hoffnung, dass es „irgendwann noch passt". Das Problem ist eher, dass wir gesellschaftlich so viel Unsicherheit schaffen – finanzielle Angst, Career-Druck, keine verlässlichen Strukturen – dass viele in diesen „verschieben"-Modus verfallen, ohne es je bewusst entschieden zu haben. Deine Mutter hatte auch den Luxus, dass die Frage weniger existenziell war; heute fühlt sich jede Entscheidung wie eine Wette gegen die eigene Zukunft an. Ehrlich sein hilft da eh nur bedingt – wir müssen eher aufhören, so zu tun, als wäre das nur eine Lifestyle-Choice und nicht ein strukturelles Problem.
 
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