Was sagen Auktionsergebnisse wirklich über den Oldtimer-Markt aus?

Georg

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Das Monaco-Auktionswochenende fand ich dieses Jahr besonders spannend. Die rund 88 Millionen Euro Umsatz bei RM Sotheby's werden vermutlich wieder überall als Rekordmeldung auftauchen.
Mich interessiert aber eher, was hinter der Zahl steckt. Knapp 60 Automobile waren Teil der insgesamt 77 Lose, und die Verkaufsquote lag bei ungefähr 90 Prozent.
Ich habe zunehmend den Eindruck, dass Käufer heute viel genauer hinschauen als noch vor einigen Jahren. 2021 wurde teilweise nahezu alles gekauft, was irgendwie nach Wertsteigerung aussah. Heute scheinen Historie, Zustand und Dokumentation wesentlich stärker ins Gewicht zu fallen.
Welche Erfahrungen habt ihr bei Auktionen gemacht? Sind die Käufer tatsächlich selektiver geworden?
 
Moin Georg,

interessanter Punkt mit der Verkaufsquote, den finde ich tatsächlich aussagekräftiger als den Gesamtumsatz. 90% Verkaufsquote bei fast 60 Fahrzeugen heißt ja, dass nicht nur das eine Highlight-Los gezogen hat, sondern auch das breite Feld drumherum Käufer gefunden hat. Wenn der Markt nur noch auf Spitzenlose abfahren würde und der Rest liegen bliebe, wäre das ein ganz anderes Signal als jetzt.

Zur Selektivität: Kann ich aus eigener Beobachtung nur bestätigen. 2021/2022 hatte man teilweise das Gefühl, es reicht "Youngtimer" und "guter Zustand laut Verkäufer" auf dem Papier zu stehen, dann fanden sich Bieter. Das hat sich schon merklich beruhigt. Heute wird viel genauer nach Historie gefragt, gerade bei Fahrzeugen mit Motorsport-Bezug macht eine lückenlose, dokumentierte Vergangenheit inzwischen einen richtig großen Preisunterschied, oft ein Vielfaches gegenüber einem baugleichen Fahrzeug ohne diese Geschichte.

Was mir dabei auffällt: Das wirkt weniger wie ein einbrechender Markt, sondern eher wie ein reifer werdender. Sammler kaufen bewusster, verkaufen bewusster, und ein Teil fährt die Autos auch wieder, statt sie nur als Wertanlage einzumotten. Fühlt sich gesünder an als der Hype von vor ein paar Jahren.

Bin gespannt, ob andere hier das bei kleineren, weniger prominenten Auktionen genauso beobachten oder ob das eher ein Phänomen der Top-Häuser wie RM Sotheby's ist.
 
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das wirklich ein Zeichen von Reifung ist und nicht einfach eine Korrektur nach Überhitzung – die selektivere Käuferschicht könnte auch bedeuten, dass viele Spekulanten raus sind und jetzt nur noch die echten Enthusiasten kaufen, was den Markt eher schrumpft als stabilisiert, gell.
 
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