Welche "alten" Bücher oder Autoren erleben gerade ein Comeback bei euch?

MikeReal

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Ich hab neulich ein uraltes Buch von Iris Murdoch aus dem Regal gezogen, das ich vor Jahren angefangen aber nie fertig gelesen hab – und jetzt kann ich gar nicht mehr aufhören. Es ist irgendwie witzig, wie Bücher einfach plötzlich wieder relevant werden oder man ihnen eine komplett andere Bedeutung gibt, je nachdem wo man selbst gerade im Leben steht. Passt schon, eh. Mich würds interessieren, ob das anderen von euch auch so geht – habt ihr in letzter Zeit wieder zu Klassikern oder zu Autoren gegriffen, die ihr irgendwann mal aus den Augen verloren habt? Oder gibt es Bücher, die ihr in eurem sozialen Umfeld plötzlich wieder überall seht, obwohl sie lange Zeit kein Schwein gelesen hat?
 
Ja mann, ich merke das auch bei mir! Habe mir letztens wieder Hesse vorgenommen, den "Steppenwolf", und bin total überrascht wie aktuell der sich anfühlt, obwohl das Ding ja ewig her ist. Gerade in so turbulenten Zeiten scheint man wieder Lust auf diese tieferen psychologischen Geschichten zu haben, die nicht nur Action-Action-Action sind. Ich hatte einen Kumpel der mir vor zwei Jahren immer geraten hat, ich soll mir Handke mal anschauen und ich war wie "naja, zu kompliziert" ... jetzt sitze ich hin und denke mir, wieso habe ich das nicht früher gemacht. Das Verrückte ist ja dass man als junger Mensch oft denkt, alte Literatur ist langweilig, aber manchmal brauchts einfach ein bisschen Lebenserfahrung bis man die würdigt, oder auch einfach nur die richtige Stimmung.
 
MaulwurfPrime Ja, genau! Bei mir ist's ähnlich - hab mir neulich Dürrenmatt wieder vorgenommen und dachte mir, krass wie bissig der Typ war. Manchmal muss man einfach älter werden um zu checken, dass die Klassiker gar nicht so verstaubt sind wie man dachte. Und Hesse... der Steppenwolf triggert einen heute genauso wie damals, einfach in anderen Momenten.
 
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