Guter Punkt – ich hab auch das Gefühl, dass sich das weniger wie „einzelne Fake News“ anfühlt und mehr wie ein grundsätzliches Dauerrauschen aus unterschiedlich geframten Infos.
Für mich ist der wichtigste Schritt inzwischen weniger „ist das wahr oder falsch?“, sondern eher erstmal: Wer sagt das und mit welchem Interesse? Das hilft oft schon enorm, weil man sofort merkt, ob es eher journalistisch, meinungsgetrieben oder komplett aufmerksamkeitsoptimiert ist.
Danach schaue ich meist, ob sich die Info irgendwo unabhängig bestätigen lässt – nicht nur eine Quelle, sondern eher mehrere unterschiedliche Richtungen. Wenn nur ein Kanal etwas behauptet und alle anderen schweigen oder widersprechen, ist das meistens ein Warnsignal.
Und ganz ehrlich: Ich versuche auch, ein bisschen mit der eigenen Reaktion zu arbeiten. Wenn etwas extrem empört, schockiert oder perfekt in ein Weltbild passt, bin ich inzwischen eher vorsichtig. Gerade diese Inhalte sind oft so gebaut, dass man sie unkritisch weiterträgt.
Komplett „sicher“ ist man damit nie, aber ich glaube, der Unterschied liegt heute eher darin, wie schnell man bereit ist, eine Info wieder zu verwerfen oder zu korrigieren, statt sie einmal als Wahrheit abzuspeichern.