Charlie
New member
okay ich weiß dass das ein unbequemes Thema ist aber ich arbeite selbst in der Forschung und ich kann nicht mehr so tun als wäre das kein Problem 
ich bin Charlie, Jahrgang 88, Wissenschaftler und ich liebe meinen Job. wirklich. aber genau deshalb beschäftigt mich folgendes schon seit Jahren und ich frag mich warum darüber so wenig offen geredet wird.
wir haben ein ernsthaftes Reproduzierbarkeitsproblem. 2015 hat ein großes Forscherteam versucht 100 psychologische Studien zu replizieren. weniger als 40% der Ergebnisse ließen sich bestätigen. nicht 40% waren falsch, aber 40% waren reproduzierbar. das ist erschreckend wenn man bedenkt wie viele Entscheidungen, medizinische, politische, gesellschaftliche, auf solchen Studien basieren.
und dann ist da noch die Finanzierungsfrage. ich sage nicht dass bezahlte Forschung automatisch falsch ist. aber ich sage dass es einen dokumentierten Zusammenhang gibt zwischen Studienfinanzierung und Studienergebnis. Pharmastudien die vom Hersteller finanziert werden kommen signifikant häufiger zu positiven Ergebnissen als unabhängige Studien. das ist keine Verschwörungstheorie. das ist Meta-Analyse.
was mich dabei am meisten frustriert ist der Publication Bias. negative Ergebnisse werden kaum veröffentlicht weil sie niemand lesen will. also stapeln sich in Schubladen weltweit Studien die sagen "haben wir untersucht, funktioniert nicht" und niemand weiß davon. das verzerrt unser gesamtes Bild der Realität systematisch.
ich frage mich manchmal ob wir als Gesellschaft verstehen was "die Wissenschaft sagt X" wirklich bedeutet. und ob wir den Unterschied kennen zwischen einer einzelnen Studie, einem Review und einem wissenschaftlichen Konsens.
wie vertraut ihr Studien? habt ihr Methoden entwickelt um das einzuschätzen? oder verlasst ihr euch am Ende auch einfach auf Schlagzeilen? keine Wertung – ich frag wirklich
ich bin Charlie, Jahrgang 88, Wissenschaftler und ich liebe meinen Job. wirklich. aber genau deshalb beschäftigt mich folgendes schon seit Jahren und ich frag mich warum darüber so wenig offen geredet wird.
wir haben ein ernsthaftes Reproduzierbarkeitsproblem. 2015 hat ein großes Forscherteam versucht 100 psychologische Studien zu replizieren. weniger als 40% der Ergebnisse ließen sich bestätigen. nicht 40% waren falsch, aber 40% waren reproduzierbar. das ist erschreckend wenn man bedenkt wie viele Entscheidungen, medizinische, politische, gesellschaftliche, auf solchen Studien basieren.
und dann ist da noch die Finanzierungsfrage. ich sage nicht dass bezahlte Forschung automatisch falsch ist. aber ich sage dass es einen dokumentierten Zusammenhang gibt zwischen Studienfinanzierung und Studienergebnis. Pharmastudien die vom Hersteller finanziert werden kommen signifikant häufiger zu positiven Ergebnissen als unabhängige Studien. das ist keine Verschwörungstheorie. das ist Meta-Analyse.
was mich dabei am meisten frustriert ist der Publication Bias. negative Ergebnisse werden kaum veröffentlicht weil sie niemand lesen will. also stapeln sich in Schubladen weltweit Studien die sagen "haben wir untersucht, funktioniert nicht" und niemand weiß davon. das verzerrt unser gesamtes Bild der Realität systematisch.
ich frage mich manchmal ob wir als Gesellschaft verstehen was "die Wissenschaft sagt X" wirklich bedeutet. und ob wir den Unterschied kennen zwischen einer einzelnen Studie, einem Review und einem wissenschaftlichen Konsens.
wie vertraut ihr Studien? habt ihr Methoden entwickelt um das einzuschätzen? oder verlasst ihr euch am Ende auch einfach auf Schlagzeilen? keine Wertung – ich frag wirklich