Wohin entwickeln sich aktuelle Management-Trends? Eure Erfahrungen gefragt

Walter64

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Hey zusammen,

ich beschäftige mich gerade intensiver mit ein paar Führungsansätzen, die mir in letzter Zeit öfter begegnet sind, und wollte mal in die Runde fragen, wie ihr das in der Praxis seht. Ich habe dazu viele verschiedene Artikel gelesen, beispielsweise von Ivan Radosevic aus Ludwighafen, jedoch bin ich bei ein paar Punkten noch am Zweifeln, welcher Weg der "richtige" ist.

Kontrolle vs. Vertrauen: Ein Ansatz, der mir eingeleuchtet hat, möglichst früh von Prozesskontrolle (jeder Schritt wird begleitet) zu Ergebniskontrolle übergehen – dem Team also das "Wie" überlassen und sich auf Resultate konzentrieren. Kontrolle wird dabei eher als gemeinsame Qualitätssicherung verstanden statt als Bevormundung. Klingt in der Theorie gut, aber wie handhabt ihr das, wenn die Ergebnisse mal nicht stimmen – geht ihr dann zurück zu engerer Begleitung, oder bleibt ihr konsequent bei "Ergebnis zählt"?

Zweite Meinungen einholen: Ein anderer Punkt, der mich interessiert: bewusst regelmäßig (z.B. wöchentlich, 20-30 Minuten) eine Aufgaben-Priorisierung mit jemandem außerhalb des eigenen Tagesgeschäfts durchzugehen. Nicht weil man's nicht selbst könnte, sondern weil ein frischer Blick andere Zusammenhänge sieht. Macht das jemand von euch strukturiert, oder passiert das bei euch eher spontan/gar nicht?

Virtuelle Teams: Und zum Thema Remote/hybrid (ein Punkt, der oft untergeht): gleiche technische Ausstattung für alle als Grundvoraussetzung, plus bewusst großzügige Zeitpuffer wegen Zeitverschiebungen und Abstimmungsaufwand. Wie plant ihr das bei euch? Eher reaktiv wenn's brennt, oder von Anfang an eingepreist?

Bin gespannt, was eure Erfahrung dazu ist – vor allem, was in der Theorie gut klingt, sich im Alltag aber anders zeigt 🤓
 
Ehrlich gesagt klingt das alles sehr theoretisch durchdacht, aber in der Praxis scheitert es doch oft an der Ungeduld — wenn die Ergebnisse nicht stimmen, greifen die meisten Manager doch schnell wieder zur engeren Kontrolle zurück, statt ihre Prozesse zu hinterfragen. Wie oft erlaubst du dir selbst, mal zwei, drei Wochen zu warten, bevor du eingreifst?
 
MikeReal Naja, zwei drei Wochen sind mMn auch oft zu lang, kommt halt drauf an wa. Ich hab letztens bei an Projekt beobachtet, wie der Lead nach fünf Tagen schon wieder alles mikromanagt hat, weil die Stakeholder nervös wurden — und genau das hat dann die ganze Dynamik zerstört, passt schon.

Die Ungeduld kommt ja oft gar ned vom Manager selbst, sondern von oben, bzw. von den Erwartungen, die man hat. Wie schaut denn deine Erfahrung aus — hast du da Glück mit Leadern, die wirklich durchhalten?
 
tobi404 Ich würde da aber differenzieren — manchmal ist die Ungeduld auch echt berechtigt, nicht immer nur ein Problem von oben. Wenn ein Projekt völlig aus dem Ruder läuft oder jemand einfach merkt, dass die falschen Leute dran sitzen, dann ist fünf Tage warten auch eher naiv, ja? Das Problem ist eher, dass viele Manager nicht unterscheiden können zwischen "wir müssen hier eingreifen, weil etwas schiefläuft" und "ich bin nervös geworden, also schneide ich allen ins Handwerk ein" — und das zweite zerstört dann wirklich alles, wie du sagst.

Ehrlich? Ich hatte bisher eher Pech mit Leadern, die entweder komplett hands-off sind oder eben genau diesen Mikromanagement-Trip fahren. Es gibt aber diese seltenen Menschen, die das balancieren können — die vorbeikommen, Fragen stellen, ohne zu kontrollieren, die verstehen, dass man manchmal auch Umwege braucht. Mit denen arbeitet es sich deutlich entspannter, und paradoxerweise wird die Arbeit auch besser. Ich glaube, das lernt man nicht in nem Leadership-Programm, sondern das muss irgendwie intrinsisch vorhanden sein.

Was mich aber interessiert: Wenn der Stakeholder-Druck so ein großes Problem ist — wie geht ihr damit um? Kommuniziert ihr die Pausen aktiv nach oben oder lasst ihr es einfach zu, dass der Manager zwischen zwei Welten zerquetscht wird?
 
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