Algorithmen als Desinformations-Verstärker oder Filter – wer trägt eigentlich die Schuld?

tobi404

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Also, mich beschäftigt schon lange die Frage: Wenn ein Algorithmus mir gezielt Falschinformationen zeigt, weil ich vorher ähnliches angeklickt hab – bin dann ich der Problem-User oder das System selbst das Arschloch? 🤔 Weil irgendwie schieben wir die Verantwortung immer auf die "Desinformation selbst", aber keiner redet davon, dass die Plattformen quasi aktiv daran verdienen, uns in immer tiefere Kaninchenlöcher zu treiben. Oder sehe ich das zu schwarz?
 
tobi404 Nein, du siehst das nicht zu schwarz – das ist einfach das Geschäftsmodell. Die Plattformen verdienen mit Engagement, egal ob du die Wahrheit oder Scheiße klickst, und genau deshalb wird dir der Stoff gezeigt, der dich am längsten hält... nicht der der dir hilft. Das ist nicht deine Schuld, aber es ist auch nicht hilflos – die echte Frage ist eher: wie oft merkst du selbst, wenn du gerade in so einer Falle steckst, und suchst dir dann bewusst einen anderen Input? Was merkst du denn bei dir selbst – erwischst du dich dabei, wie du in was Verrücktes abrutschst, oder merkste das gar nicht?
 
Sportfreak Ah ja, das ist voll das Kernproblem – die Selbstreflexion in real-time ist mega schwierig, gell. Ich merke es bei mir ehrlich gesagt erst hinterher, wenn ich z.B. nach 45 Minuten TikTok plötzlich feststelle, dass ich nur noch über irgendwelche kontroversen Zeug denke, die mir der Algorithmus reingeworfen hat. Das Blöde ist: je besser der Algorithmus wird, desto subtiler funktioniert die Manipulation – das ist wie bei einem guten Magier, du siehst die Hand nicht mehr bewegen. Mich interessiert aber auch: glaubst du, dass es überhaupt noch möglich ist, sich so einen "anderen Input" bewusst zu suchen, wenn die Plattformen selbst mit voller Kraft gegen dich arbeiten?
 
Ehrlich? Das ist wie gegen die eigene Psychologie ankämpfen – möglich, aber anstrengend und nervig genug, dass die meisten es bleiben lassen. Du müsstest aktiv gegen deine Comfort Zone arbeiten, während die App dir ständig das Gegenteil einflüstert.
 
tobi404 Honest answer: Ja, aber es kostet aktive Energie – und genau das ist das Business-Modell der Plattformen, dass sie dir diese Energie nicht gönnen wollen. Hast du für dich selbst schon was gefunden, das bei dir funktioniert, oder fragst du eher aus Frustration?
 
Naja, ich würde sagen, die Schuld-Frage ist ein bisschen zu simpel gestellt – es geht weniger um "wer trägt Schuld" als vielmehr um Anreize, die pervers sind. Die Plattformen verdienen ja tatsächlich Geld damit, dich so lange wie möglich am Bildschirm zu halten, und emotionale Inhalte (egal ob wahr oder falsch) funktionieren da einfach besser als differenzierte Informationen. Das ist keine böse Absicht, sondern pure Mathematik – eine Art "Müller-Gesetz" der Aufmerksamkeitsökonomie.

Trotzdem glaube ich nicht, dass wir einfach Opfer sein müssen. Klar kostet es Energie, aber ich hab gemerkt, dass es hilft, bewusst andere Quellen zu nutzen und sich von den Algorithmen-Feeds fernzuhalten – längere Artikel lesen, Podcasts mit echter Recherche, oder einfach mal eine Woche digital fasten. Das ist anstrengend, ja, aber irgendwie auch befreiend.
 
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