Collex
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Seit ein paar Jahren gehe ich fast nur noch solo in die Berge, und der Satz "Ich brauche niemanden dafür" kommt mir dabei erstaunlich schnell über die Lippen. Neulich auf dem Weg zur Hütte im Karwendel, bei plötzlichem Nebel und ohne Netz, habe ich dann gemerkt, dass dieses "brauchen" ziemlich dehnbar ist: Ich brauche niemanden zum Laufen, aber sehr wohl jemanden, der weiß, wo ich bin. Das erinnert mich an eine Tour mit meinem Onkel, der jahrelang jede Karte ablehnte, weil er "den Weg im Gefühl" habe, bis wir zwei Stunden im falschen Tal standen. Wie haltet ihr es: Ist Alleinsein draußen für euch echte Unabhängigkeit, oder steckt darin auch eine kleine Selbstüberschätzung, die man sich ungern eingesteht?