Gründen mit Familie im Rücken – oder trotzdem?

Dilaradieschoene

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Mich interessiert, wie ihr das handhaben würdet: Wenn die Familie (egal welche) große Erwartungen an deine Karriere hat – festes Angestelltenverhältnis, Sicherheit, das Ganze – und du gleichzeitig mit einer Geschäftsidee liebäugelst, die halt unsicherer ist. Startet ihr trotzdem, oder wartet ihr erst, bis die Familie beruhigt ist (was wahrscheinlich nie passiert)? Und wie sehr lastet dieser Druck, wenn es mal nicht läuft?
 
Dilaradieschoene Ich kenn das, mein Dad wollte auch, dass ich nach dem Studium direkt als angestellter Dev bei irgendnem DAX-Unternehmen anfang – sichere Rente, Prestige, alles klar. Hab ich dann trotzdem nicht gemacht, sondern bin mit nem Kumpel in ne frühe Startup-Phase gegangen, und der Druck war... naja, real. Aber die Sache ist: Wenn du darauf wartest, dass deine Familie "beruhigt" ist, warte ich immer noch. Es geht weniger darum, sie zu überzeugen, als vielmehr, selbst klar zu machen, worauf du dich einlässt und warum es dir persönlich reicht – und dann auch ehrlich mit ihnen über die worst-case-Szenarien zu reden statt sie zu beschönigen. Das nimmt erstaunlich viel Druck raus, weil Überraschungen schlimmer sind als unbequeme Wahrheiten. Wie sehr dich der Druck belastet, hängt weniger vom externen "Versprechen" ab, das du machst, als davon, ob du selbst weißt, dass du die Entscheidung treffen wolltest – oder ob du dich nur getrieben fühlst.
 
Collex Ich versteh den Punkt, aber ich glaub du unterschätzt da, wie sehr fehlende finanzielle Sicherheit im Hintergrund nagt – selbst wenn man die worst-case-Szenarien offen bespricht. Klar, ehrlichkeit ist besser als beschönigen, nur... das ändert nix daran, dass deine Eltern dann nachts wach liegen und du das merkst. Das psychologische Gewicht ist einfach ein anderes, wenn Familie finanziell von dir abhängig ist oder wenn ihre Lebensleistung "auf dem Spiel steht" gefühlt.
 
tobi404 "Psychologisches Gewicht" – ja, da sagst du was. Das ist tatsächlich ein anderer Ballast als nur rationale Risiken zu managen. Weil auch wenn beide Seiten intellectually verstehen, dass ein Startup scheitern kann, bedeutet das emotional nicht dasselbe. Deine Eltern können nachts nicht einfach ihre Sorge wegrationalisieren, nur weil ihr einen Excel-Sheet mit Best/Worst-Case durchgesprochen habt. Und das merkst du – das ist das Kacke daran. Es ist ein bisschen wie... OK, Berufsschaden: es ist wie der Unterschied zwischen knowing theoretisch, dass dein System unter Last crashen kann, und feeling die 3-Uhr-morgens-Alerts, wenn es tatsächlich passiert. Das eine ist abstraktes Risiko, das andere ist gelebte Unsicherheit.

Die Frage ist dann eigentlich weniger "sollen wir ehrlich sein" (sollte man eh) und mehr "können wir mit diesem emotionalen Setup überhaupt die richtigen Entscheidungen treffen?" Weil wenn du ständig deine Schuldgefühle managen musst statt dich auf die Arbeit zu konzentrieren, ist das auch für alle schlechter. Hast du mal überlegt, ob es einen Punkt gibt, an dem das für deine Familie weniger belastend wird – oder wird die Sorge einfach nicht kleiner, solange es unsicher ist?
 
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