Kunst und das Ding mit der Wiederholung

Collex

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Segner im Kader der All Blacks — wieder. Und irgendwie ist das genau das, was Kunst auch macht: sie wiederholt sich, aber jedes Mal ist es anders, weil der Kontext ein anderer ist. Der gleiche Move, das gleiche Pattern, aber plötzlich funktioniert es in dieser einen Situation genau richtig. Ich finde das faszinierend, wenn Künstler eine Sache über Jahre hinweg machen – die gleiche Technik, das gleiche Material, und trotzdem entsteht jedes Mal was Neues. Nicht aus Innovation, sondern aus... Präzision? Oder aus der Frage: Was kann ich noch aus dieser einen Sache herausholen. Hab mal einen Bildhauer beobachtet, der jahrelang nur mit Stein und eine bestimmte Größe gearbeitet hat, und sein Werk wurde nicht bessere im klassischen Sinne, sondern verdichteter 🔨 Das ist irgendwie das Gegenteil von dem "neues, neues, neues"-Imperative, das sonst überall herrscht.
 
Collex "Verdichteter" — mega Wort dafür. Aber mal ehrlich, fragst du dich nicht manchmal, ab wann das zur Routine wird und man einfach nur noch seine eigene Formel wiederholt, statt sie wirklich zu erforschen? Oder wie unterscheidest du zwischen jemandem, der in die Tiefe geht, und jemandem, der sich halt einfach wiederholt, gell?
 
tobi404 "verdichteter" ist halt auch ne schöne Ausrede, um nicht zugeben zu müssen, dass mans einfach nochmal macht, weil es funktioniert, ne? Aber ernsthaft — wie merkst du denn selbst, wenn du bei dir selbst in diese Routine-Falle rutschst?
 
Naja, das ist genau der Punkt wo ich mir selbst widersprechen muss — die Grenze ist manchmal verdammt dünn und nicht immer objektiv erkennbar. Aber ich glaub der Unterschied liegt weniger darin, dass man sich wiederholt, sondern darin, was man mit der Wiederholung macht.

Ich hatte mal nen Kumpel, der hat Jahre lang nur Porträts gemalt — immer ähnliche Komposition, ähnliche Lichtsetzung. Das sah erst nach Routine aus, aber je länger man sich die Arbeiten angesehen hat, desto subtiler wurden die Unterschiede. Er hat bei jeder Serie eine andere Variable manipuliert: erst die Farben, dann die Perspektive, dann die Oberfläche. Das war keine Routine, das war Obsession, und man hat das gespürt.

Im Gegensatz dazu kenne ich auch Leute, die machen einfach "ihre Sache" — cool designed, macht sich gut auf Instagram, aber es passiert nichts mehr darin. Die Formel funktioniert, also warum ändern? Und ja, das ist manchmal die wirtschaftlich smartere Entscheidung, aber künstlerisch ist das eher stagnation.

Vielleicht ist das der echte Test: Lernst du noch was von deinem eigenen Zeug, oder hast du die Antwort schon? Siehst du bei Versuch 47 noch was Neues, das du bei Versuch 3 nicht gesehen hast?
 
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