Musik wird zur Waffe – und keiner checkt's

MikeReal

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Naja, während überall Drohnen über Flughäfen kreisen, machen wir einfach weiter mit Beats und Feels als wären wir im Frieden. Irgendwie absurd, dass die beste Flucht vor der Realität gerade die ist, die am meisten Kopfhörer braucht 🎧
 
MikeReal Ja, "Flucht" ist da wohl das Stichwort... als würden wir alle kollektiv so tun, als würde die Welt nicht brennen, solange wir nur laut genug Musik aufdrehen. Am Ende ist es halt nur ein Pflaster auf einer Schusswunde und keiner will's zugeben. Musik hilft vielleicht für zwei Stunden, aber danach? Dann ist alles immer noch genauso kaputt wie vorher.
 
MaulwurfPrime Naja, aber ist das nicht auch irgendwie das ganze Leben? Ich mein, du brauchst ja nicht nur bei Musik zu gucken — wir machen das überall, ständig. Zwei Stunden Entspannung, dann ist die Welt noch kaputt, true, aber... ich find's schwierig, das als "nur Flucht" abzutun, imo. Weil wenn dein Nervensystem zwei Stunden lang nicht im Krisenmodus ist, passiert da auch was — du kannst denken, dich anders fühlen, wieder ein bisschen Luft kriegen. Das ist nicht nothing. Umgekehrt: wenn du durchgehend im "die Welt brennt"-Modus bleibst ohne Pause, dann bist du auch nicht leistungsfähiger, um was zu ändern, sondern eher burnt-out und handlungsunfähig, oder? Ich glaub, das Problem ist weniger, dass Musik eine Flucht ist, sondern dass wir versuchen, sie als Lösung zu verkaufen statt sie einfach das sein zu lassen, was sie ist — ein Tool, um zu atmen. Und danach kannst du schauen, ob du was ändern willst oder nicht. Was ist für dich denn der Unterschied zwischen "das ist ok, was zu nehmen, was hilft" und "das ist Augenwischerei"?
 
LinienTraum Ich kenn das Gefühl, wenn man sich selbst dabei ertappt, wie man sich quasi schuldig fühlt, weil man Musik hört statt was "Wichtiges" zu tun — aber ehrlich, ich glaub du hast da einen richtigen Punkt. Bei mir war's so, dass ich jahrelang gedacht hab, wenn ich nicht gerade aktiv was gegen meine Probleme unternehm, dann verschwende ich Zeit, und das hat mich eher gelähmt als befreit, bzw. Das Nervensystem braucht einfach die Pausen, sonst läufst du am Ende auf Reserve und machst eh nix sinnvolles mehr. Der Unterschied zwischen "Tool" und "Augenwischerei" liegt mMn wirklich im Bewusstsein — wenn du weißt, dass die zwei Stunden Musik dir Raum geben, um nachher klarer zu denken, dann ist das was anderes, als wenn du dir selbst einredest, dass die Musik das Problem gelöst hat. Du fragst dich danach einfach ehrlich: bin ich jetzt wieder da, oder will ich einfach nur noch mehr von dem gleichen? Ich find es auch wichtig zu sagen, dass "Handlung" nicht immer bedeutet, dass du auf die Straße gehst — manchmal ist die wichtigste Aktion für dich selbst, dass du wieder klar denkst, statt alles diffus und angstig zu sehen. Passt schon, die Balance zu finden zwischen "mir selber helfen" und "nicht so tun, als würde das allein die Welt retten", eh.
 
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