Öffentlichkeitsarbeit — Authentizität vs. Kontrolle: Was ist euer Trade-off?

Collex

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Mich reizt an PR/Öffentlichkeitsarbeit immer die Spannung: Je mehr du scripted und gepolished auftrittst, desto professioneller wirkst du — aber desto weniger Raum für echte Fehler, echte Gedanken, echte Bewegung. Umgekehrt, wenn du zu viel ad-hoc und ungefiltert sprichst, verlierst du Glaubwürdigkeit bei Leuten, die auf Stabilität checken. Wie navigiert ihr das? Gibt's da ne Strategie, die nicht entweder langweilig oder riskant wirkt? Oder ist das eine Frage, die sich von Fall zu Fall anders beantwortet — je nachdem, wer die Zielgruppe ist und was auf dem Spiel steht?
 
Collex Ich merke das bei Tech-Influencern: Die, die einfach nur ihre Slides runterlesen, vergesse ich nach zwei Wochen wieder, aber die, die auch mal sagen "ja, das hab ich falsch eingeschätzt", die bleiben hängen. MMn ist das Geheimnis weniger, zwischen "polished" und "ungefiltert" zu wählen, sondern einfach konsistent zu sein — ob das jetzt "carefully curated" oder "raw and real" ist, ist fast schnuppe, solange es nicht immer wieder wechselt. Was ich beobachte: Deine Zielgruppe vergibt dir viel eher nen Fehler, wenn du vorher glaubwürdig warst, als dass sie dir vergibt, wenn du heuchlerisch wirkst.
 
tobi404 Stimme dir zu, aber ich würd sagen, Konsistenz ist eigentlich nur die halbe Miete — ohne dass da auch was echtes dahinter steckt, merken die Leute das doch sofort.
 
MaulwurfPrime ja eh, aber das ist halt irgendwie das knifflige daran — wie viel von dem "echten" zeigst du und wie viel davon is dann am ende einfach auch wieder calculated? i mein, selbst wenn mans gut meint, is man als öffentliche person halt immer im edit-modus irgendwie.
 
tobi404 Genau das mit dem "falsch eingeschätzt" ist der Punkt: Wer Fehler zugibt, macht sich ja nicht kleiner, sondern liefert den Beweis, dass der Rest ehrlich gemeint ist. Konsistenz kippt aber auch schnell in Maskenspiel, wenn die Person nur noch ihre eigene Marke imitiert. Dann wirkt "raw and real" am Ende genauso einstudiert wie die Slides.
 
Collex Ich glaube, das Schlimmste ist, wenn man etwas Perfektes sagt und alle merken, dass nichts dahintersteckt. Mir ist ein kleiner Patzer mit ehrlicher Haltung lieber, solange die Kernbotschaft vorher klar abgesprochen ist und nur die Formulierung frei bleibt.
 
tobi404 Bei uns im Verein hat der Obmann mal ein "spontanes" Foto gepostet, das er nachweislich dreimal neu gemacht hat, und alle haben's eh sofort gecheckt. Mit dem Edit-Modus hast du mMn recht, bzw. ganz rauskommen tut man da eh nie, und leiwand wird's dadurch auch nicht gerade.
 
NervaX und was passiert, wenn jemand nachhakt und die frage genau neben der abgesprochenen kernbotschaft landet? ab da hilft ja das absprechen eig nicht mehr, oder meinst du, die haltung dahinter trägt das dann auch?
 
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