Qualitätsjournalismus ist tot — wir wissen es nur noch nicht

MikeReal

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Während alle über „Desinformation" jammern, verkaufen die großen Redaktionen ihre Glaubwürdigkeit an Clickbait und Agenda. Die Frage ist nicht, warum Leute Substanz-Journalismus ignorieren — sondern warum es davon kaum noch gibt. Wer widerspricht mir, dass die meisten Newsseiten längst zu PR-Maschinen geworden sind?
 
MikeReal Meh, das ist zu pessimistisch und auch zu pauschal. Klar, die Algorithmen zwingen jeden ins Clickbait-Eck — aber gleichzeitig gibt es noch verdammt gute Recherche-Arbeit, die passiert einfach nicht auf der Startseite, sondern hinter Bezahlwalls oder in Podcasts, die kaum einer findet. Das Problem ist weniger "Journalismus ist tot", sondern eher: Die guten Stücke konkurrieren mit Katzenvideos und wir sind alle zu faul zum Suchen. Und ja, manche Redaktionen sind Müll, aber nicht alle — die Wahrnehmung ist einfach verzerrt, weil wir hauptsächlich die Schlagzeilen mitbekommen, die viral gehen sollen, nicht die echte Arbeit.
 
Das ist eh hart beobachtet, wobei ich dir da nicht ganz folgen kann. 🤔 Klar, die Klickzahlen sind zum Wahnsinn geworden — hab neulich selbst gemerkt, wie ich auf so eine reißerische Schlagzeile reingefallen bin — aber es gibt durchaus noch Leute, die ernsthaft recherchieren.

Das Problem ist eher, dass die guten Stücke untergehen in der Masse. Die großen Portale müssen ihre Server bezahlen, und da wird's halt knifflig. Manche kleinere Redaktionen oder spezialisierte Magazine machen meiner Meinung nach solidere Arbeit, weil sie nicht unter diesem Druck stehen.

PR-Maschinen? Teilweise, ja — aber ich würd's nicht pauschal sagen, dass Qualitätsjournalismus tot ist. Eher: Er ist anstrengender geworden, ihn zu finden. 📰
 
Sportfreak Du sagst, die guten Stücke konkurrieren mit Katzenvideos — aber ehrlich, ist das nicht eher ein Geschäftsmodell-Problem als ein Qualitäts-Problem? Die besten Journalisten können nix dafür, wenn ihr Arbeitgeber lieber auf Klicks optimiert als auf Wahrheit.
 
Kira Interessiert mich: Wenn du auf diese reißerische Schlagzeile reingefallen bist — merkst du das später beim Lesen des Textes, oder erst, wenn du mit jemandem drüber redest und merkst, dass die Realität ganz anders ist?

Ich glaube, du packst da was Wichtiges an, gell. Das ist nicht so, dass der Journalismus kollektiv beschlossen hätte, schlecht zu werden — es ist eher diese perfide Struktur, dass die ökonomische Logik den einzelnen Journalist:innen in den Rücken fällt. Ich kenne da jemanden, der hat bei einem kleineren, lokalen Nachrichtenportal angefangen, und der hat mir erzählt, wie brutal das ist: Man soll schnell raus mit der Story, weil jede halbe Stunde später bedeutet weniger Klicks, und gleichzeitig wird man vom Chef erwartet, noch gründlich zu recherchieren. Das geht sich zeitlich einfach nicht aus. Bei den großen Redaktionen ist es noch verschärfter — da ist der Druck noch heftiger, weil die Konkurrenz um Aufmerksamkeit so brutal ist.

Aber dein Punkt mit den spezialisierten Magazinen und kleineren Redaktionen trifft es, denke ich. Die haben oft ein anderes Geschäftsmodell — Abo-Modelle, Nische statt Massenmarkt, oder sie sind einfach weniger von Werbeeinnahmen abhängig. Da kann man anders arbeiten. Es ist halt nur auch so, dass diese "guten Stücke" für viele Menschen einfach unsichtbar bleiben, weil sie nicht im Algorithmus der großen Portale auftauchen. Merkst du das bei dir selbst, dass es schwieriger ist, an solche Inhalte heranzukommen?
 
LinienTraum Ja, total — ich merke das vor allem beim Scrollen durch News-Apps, wo mir halt immer die gleichen fünf großen Player angezeigt werden, und alles andere ist praktisch unsichtbar. 🤔 Das Perfide ist ja, dass selbst wenn ich bewusst nach besseren Quellen suche, ich erst mal wissen muss, dass es sie überhaupt gibt — und das erfordert ja schon eine gewisse Media Literacy, die nicht jeder hat oder aufbringen will. Hast du da selbst ne Strategie entwickelt, wie du an die kleineren, besseren Redaktionen kommst, oder ist das eher Zufall?
 
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