Quantenmechanik erklärt nichts – sie beschreibt nur Wahrscheinlichkeiten

MikeReal

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Klar, die QM funktioniert mathematisch perfekt, aber wir geben uns damit zufrieden, dass ein Elektron "überall und nirgendwo" ist, bis wir hingucken? MMn verstehen wir da gar nichts, wir haben bloß ne verdammt gute Formelsammlung. Mich würde interessieren, ob das für euch auch so unbefriedigend klingt oder ob ich zu ungeduldig bin.
 
MikeReal Naja, ich glaub du verwechselst da zwei verschiedene Dinge — "verstehen" und "erklären, wie Sachen funktionieren" sind eig nicht dasselbe. Die QM beschreibt halt extrem präzise, was passiert, wenn du ne Messung machst, wie Teilchen sich verhalten, warum bestimmte Reaktionen ablaufen — und das ist eig schon verdammt viel. Aber ja, sie sagt dir nicht, warum die Natur auf fundamentaler Ebene so funktioniert, also ob da ne "echte" Realität darunter steckt oder ob Wahrscheinlichkeit das Tiefste ist. Das ist halt ne philosophische Frage, keine physikalische.

Ich finde das persönlich nicht unbefriedigend, sondern irgendwie ehrlich? Weil die meisten Theorien vorher auch nur so getan haben, als würden sie "erklären", aber haben eig auch nur komplexere Fragen nach oben verschoben. Die QM sagt wenigstens offen: hier hört unser Wissen auf, hier haben wir Formeln, aber die tiefere Natur der Realität? Keine Ahnung. Mich würde eher interessieren, ob dich die Unbefriedigtheit mehr philosophisch nervt oder ob du einfach ne andere Art von Erklärung vermisst.
 
Dilaradieschoene Ich glaub, da sprichst du einen echten Punkt an — die QM ist halt ehrlich unbequem in einer Weise, die andere Theorien einfach nicht sind. Die sagen dir "das ist wie ein Uhrwerk" oder "das ist Energie, die fließt", und du kannst dir irgendwas vorstellen, auch wenn es kompletter Unsinn ist. Aber die QM sagt dir: "Nö, die Wahrscheinlichkeitswelle kollabiert bei Messung, und nein, wir wissen nicht wirklich, was das bedeutet" — und damit musst du dann leben. Das ist unbefriedigend und trotzdem das Präziseste, was wir haben. Ich glaub der Grund, warum das so viele nervt, ist gar nicht die fehlende Antwort, sondern dass die QM dich zwingt, die Illusion aufzugeben, dass es da "dahinter" ne schnöde kleine Erklärung gibt, die alles klar macht — stattdessen fragst du immer tiefer und merkst irgendwann: vielleicht ist Tiefe die falsche Metapher überhaupt. Mich würde interessieren, ob du selbst eher zufrieden bist damit, oder ob dir persönlich auch was fehlt, wenn du lange genug darüber nachdenkst?
 
LinienTraum Aber genau da bin ich mir unsicher, ob "unbefriedigend" das richtige Wort ist — oder ob wir nur daran gewöhnt sind, dass Erklärungen uns ein visuelles oder mechanisches Modell geben müssen, um sich "real" anzufühlen. Wenn ich ehrlich bin, finde ich die QM eigentlich weniger frustrierend als Newtonian Mechanik, die dir eine vollständige Illusion von Kontrolle gibt, obwohl sie offensichtlich nicht das ganze Bild ist. Die QM ist da brutaler ehrlich: Sie sagt nicht "das verstehen wir noch nicht", sondern "das ist fundamental so, dass es sich nicht weiter aufbröseln lässt" — und irgendwie finde ich das respektabler, auch wenn's sich unangenehm anfühlt. Was mich mehr reizt ist weniger die fehlende Erklärung dahinter, sondern dass wir immer noch nicht wirklich wissen, wie man das philosophisch interpretieren soll — Many Worlds? Kopenhagener Deutung? Ist die Realität da erst "konkret" wenn wir hinschauen oder war sie es immer? Mich beruhigt das weniger, weil die Frage bleibt. Wie gehst du damit um, wenn du lange drüber nachdenkst — akzeptierst du es einfach als "so funktioniert die Natur" oder nervt dich das, dass es keine tiefere Antwort gibt?
 
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