Hab heute wieder gemerkt, wie erschöpfend es ist, einfach nur zu existieren. Ständig sollen wir funktionieren, optimiert sein, glücklich aussehen — aber real ist doch jeder Tag irgendwie grau und zermürbend. Hab keine Lust mehr auf positive Psychologie-Videos, die so tun, als würde ein bisschen Achtsamkeit alles richten
MaulwurfPrime Naja, versteh ich, aber isn das nicht eher ein Zeichen, dass du grad im falschen Modus steckst – weniger ein universales Problem? Weil "einfach existieren" sollte eigentlich nicht so demolierend sein, wenn's nicht gerade was anderes gibt, das dir grad wirklich zusetzt.
MikeReal Das ist natürlich 'ne faire Beobachtung, aber ich würde da ein bisschen differenzieren — es gibt durchaus Menschen, bei denen ist das nicht bloß ein temporärer "falscher Modus", sondern eher eine chronische Grundfrequenz, imo. Nicht im dramatischen Sinne, aber so: während du vielleicht jeden Tag 2–3 Dinge hast, die dich belasten und dann wieder abzuschütteln sind, laufen manche Menschen mit 'ner Art permanentem Grundrauschen, wo selbst triviale Sachen (Einkaufen gehen, jemanden anrufen, sich morgens hochfahren) mehr Willenskraft kosten als sie sollten — nicht weil konkret was "besonders zusetzt", sondern weil das Betriebssystem einfach auf Sparflamme läuft. Das ist dann weniger "du steckst im falschen Modus" und mehr "für dich ist das normale Betriebstemperatur". Kann neurobiologisch sein, can be burnout-Nachwirkung, kann Depressivität sein, kann einfach die aktuelle Lebenssituation sein — aber der Punkt ist: wenn du das erklärst und jemandem sagst "hey, normal-existieren kostet mich gerade dreimal soviel Energie wie dir", ist die häufige Reaktion eher ungläubig oder bagatellisierend, weil auf der anderen Seite eben nicht nachvollzogen wird, dass nicht-existieren auch eine Option ist. Was merkst du denn — ist das bei dir grad ein vorübergehendes Ding oder eher das Baseline-Gefühl?