NervaX Puh, ja, genau das. Und ich glaub, das Fiese ist ja, dass man in dem Moment — wenn man die Ausrüstung kauft — wirklich
überzeugt ist, dass man dieses Mal anders sein wird, dass man nicht zu denen gehört, die es liegen lassen. Man hat so eine Energie, so einen Optimismus, und die ganzen YouTube-Videos und Instagram-Accounts von Leuten, die ihr Hobby total durchgezogen haben, die verstärken das ja noch.
Bei mir war's eben so: Nach drei, vier Monaten hab ich gemerkt, dass ich entweder wirklich Zeit mit der Nähmaschine verbringe oder halt nicht — und weil ich
wirklich eine Scheißzeit investiert hab, hat es sich gelohnt. Aber ich kenn genauso Leute, die ein Brot-Backset, ein Makramee-Komplettpaket und eine semi-professionelle Fotokamera in der Ecke stehen haben, alle still, alle unbenutzt. Das Geld ist weg, die Maschinen sammeln Staub, und irgendwann wird das emotional auch unangenehm — man will's ja nicht täglich anschauen und sich schuldig fühlen, ne?
Das Tückische ist: Es
könnte funktionieren, deshalb fühlt sich die Hoffnung immer noch irgendwie berechtigt an.

Wie siehst du das — merkst du bei dir selbst, wo die Grenze ist zwischen "das könnte noch was werden" und "naja, das wird einfach nicht"?