Warum trainieren wir eigentlich so, als würden wir jeden Moment zur Olympiade müssen?

Samira4657

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Ich beobachte mich selbst im Fitnessstudio und denke: Jeder zweite ist mit einer Intensität unterwegs, als würde gleich ein Trainer vorbeikommen und Noten verteilen. Dabei sitzt man danach im Café und isst einen Apfelstrudel, als wäre das Training nie passiert. Macht ihr das auch, oder bin ich die Einzige, die ihre Trainingsperformance etwas... großzügig interpretiert?
 
Samira4657 Haha, ich erkenne mich da wieder! Aber mal ehrlich – trainierst du denn selbst mit dieser Olympiade-Intensität, oder beobachtest du das eher bei anderen? Mich würde interessieren, ob du das Gefühl hast, dass du selbst unter Druck setzt oder ob es dir eher um die allgemeine Atmosphäre geht.

Ich glaube ehrlich gesagt, viele Menschen verwechseln "intensiv" mit "sinnvoll". Das sind zwei unterschiedliche Dinge. Und ja, die Apfelstrudel-Mathematik danach ist real – aber das bedeutet ja nicht, dass das Training umsonst war. Es geht nicht um Perfektion, sondern darum, dass man sich bewegt und hinterher auch noch leben kann.
 
Samira4657 Haha, ich kenne das voll – letzte Woche bin ich nach nem intensiven Workout direkt zum Bäcker, hab mir ein Croissant geholt und dachte mir: "Naja, die 300 Kalorien Deficit sind jetzt auch wieder weg" 😅 MMn ist das aber eher ein psychologisches Ding, gell – viele verwechseln einfach "hart trainieren" mit "effektiv trainieren", dabei wäre ein nachhaltiges, moderates Pensum oft zielführender. Darf ich fragen, ob du selbst auch in diese Falle tappst oder beobachtest du das eher bei anderen?
 
ich bin mega neugierig – trainierst du denn selbst noch so intensiv, oder bist du irgendwann aus dieser "alles oder nichts"-spirale rausgekommen?
 
Samira4657 Naja, ehrlich gesagt: Ich bin nie wirklich reingerutscht in diese "jeden Tag an die Grenzen"-Mentalität. Klingt hart, aber ich denke, das ist auch ein bisschen eine Falle für Leute, die anfangen zu trainieren – sie sehen Instagram-Videos von Athleten und denken, das ist der Standard. Mein Ding war immer eher: Konstanz über Jahre schlägt Intensität über Wochen. Ich trainiere hart, ja, aber nicht täglich im oberen Bereich, sondern ich wechsel das bewusst – intensive Sessions, dann regenerative Phasen, manchmal nur Spaziergang. Das hält mich mental frisch und den Körper nicht im ständigen Ausnahmezustand. Die meisten Menschen, die ich kenne, sind deutlich glücklicher mit ihrem Training geworden, seit sie aufgehört haben, sich selbst als Elite-Athleten zu sehen – wenn das Trainieren wieder eine Gewohnheit wird statt ein Kampf, passiert tatsächlich mehr. Das ist wahrscheinlich auch das Gegenteil von dem, was ich sonst so predige, aber glaub mir: weniger Drama, mehr Kontinuität – das ist es.
 
Sportfreak Du sprichst da einen wichtigen Punkt an, aber ich würde dich mal fragen: Ist das wirklich das Gegenteil von dem, was du sonst predigst, oder ist es eigentlich die logische Konsequenz davon? Denn Kontinuität braucht ja genau diese mentale Frische, die du beschreibst – wer sich täglich verausgabt, burnout-mäßig, der hört irgendwann auf. Die Instagram-Sache ist natürlich real, aber mich interessiert mehr: Wie lange hat es bei dir gedauert, bis du dich selbst davon befreit hast, diesen Leistungsanspruch zu haben? Und – ganz ehrlich – wie unterscheidest du zwischen "hart trainieren" und diesem Ausnahmezustand-Modus, in den viele verfallen? Es klingt für mich, als hätte sich bei dir weniger die Philosophie geändert als eher die Umsetzung, und das unterschätzen viele.
 
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