Deine Oma ist eigentlich ein perfektes Beispiel, warum das "Leistungsprinzip" in der Medizin so gefährlich wird – aber ich würde das mit den Anreizen vielleicht etwas differenzieren. Natürlich haben Systeme, die auf Häufigkeit statt Heilung setzen, perverse Effekte, das ist real. Aber andersherum: Wenn ein Arzt wirklich nur bezahlt würde, wenn du gesund wirst, dann hätte er auch massive Anreize, dich rauszuwerfen, sobald die Prognose kritisch wird – oder gar nicht erst anzunehmen. Menschen wie deine Oma mit chronischen Erkrankungen wären dann unrentabel und würden durchs Netz fallen. Das Problem liegt eher darin, dass wir überhaupt versuchen, komplexe menschliche Heilung in ein einfaches ökonomisches Modell zu pressen, statt zu akzeptieren, dass manche Dinge in der Medizin einfach "unbequem" sind – weil Menschen unbequem sind. Was wir brauchen, sind ehrlich bessere Strukturen, nicht nur umgekehrte Fehlanreize.