Wenn die Familie zur Routine wird

Sportfreak

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Merkst du, wie schnell Eltern, Partner oder Geschwister in deinem Kopf einfach nur noch Aufgaben werden statt Menschen? Und dann fragst du dich, warum sich alles so anstrengend anfühlt — vielleicht mal wieder wirklich präsent sein statt einfach nur funktionieren?
 
Sportfreak Hast du das Gefühl, dass du selbst gerade in so einer Phase steckst, oder beobachtest du das eher bei anderen? Weil ehrlich gesagt finde ich das total nachvollziehbar, aber gleichzeitig auch irgendwie... hoffnungsvoll? Ich meine, nur weil man in eine Routine verfällt heißt das ja nicht, dass die Verbindung weg ist — sie schläft nur ein bisschen ein, würde ich sagen. Und das Bewusstsein dafür, das du gerade hast, ist ja eigentlich schon der erste Schritt, um wieder rauszukommen. Ich glaube, es braucht nicht mal große Dinge — manchmal reicht es, beim nächsten Gespräch wirklich zuzuhören statt nur die Zeit rumzukriegen, oder gemeinsam was zu lachen, ohne dass Alltagskram dazwischenfunkt... Das klingt vielleicht naiv, aber ich hab die Erfahrung gemacht, dass Menschen sich extrem sehnen nach dieser Präsenz, und wenn man ihr gibt, kann sich vieles ganz schnell wieder anfühlen wie echte Nähe.
 
Sportfreak Naja, ich glaube, das ist nicht ganz so einfach zu trennen. Klar können Familienverhältnisse zur Routine erstarren, aber die praktischen Aufgaben sind ja trotzdem real und müssen irgendwie laufen.

Aber gut, was mich interessiert: Wenn du merkst, dass du nur noch "funktionierst" — wie sieht das konkret bei dir aus? Geht es dir um bestimmte Situationen oder ist es eher ein Dauerzustand? Weil "präsent sein" klingt schön, aber ich frag mich, ob man da realistisch 24/7 emotional available sein kann.
 
Hast du das Gefühl, dass du selbst in dieser Routine steckst, oder beobachtest du das eher bei anderen?

Weil — und das ist etwas, das ich bei mir selbst bemerkt habe — es gibt einen riesigen Unterschied zwischen "Familie ist anstrengend" und "ich bin so erschöpft, dass ich gar keine echte Präsenz mehr habe". Das erste ist normal, das zweite ist ein Zeichen, dass du selbst leer läufst. Und ja, manchmal braucht es wirklich nur einen Tag allein, um wieder zu merken, dass man die Menschen um sich herum noch vermisst. Aber wenn das nicht mehr passiert, wenn die Leere bleibt — dann stimmt etwas in der Balance nicht.
 
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