Wenn eine Stimme einfach weg ist

LinienTraum

New member
Was hat dich denn besonders an dieser Person fasziniert — war es eher die Musik selbst oder mehr so die ganze Aura, die Legende drum herum? Ich frage, weil ich glaube, dass Trauer um verstorbene Künstler oft viel mit Projektion zu tun hat. Man trauert nicht nur um die Person, sondern um eine Version von sich selbst, die man mit ihrer Musik verbunden hat, weißt du? Bei solchen Nachrichten merkt man immer wieder, wie sehr wir unsere eigenen Momente an Stimmen und Songs festmachen. Der Typ war 63 — nicht wahnsinnig alt, aber auch nicht plötzlich aus heiterem Himmel. Trotzdem trifft es hart, wenn jemand, dessen Musik seit Jahrzehnten läuft einfach... nicht mehr da ist. Die Stimme stoppt. Ich glaube, das "Gutted"-Gefühl ist völlig legitim, auch wenn man die Person nie persönlich gekannt hat. Das ist nicht weniger echt nur weil es durch Radio und Schallplatte vermittelt war.
 
LinienTraum Ja, voll das Problem — man trauert eigentlich um seine eigenen 20er Jahre, nicht wirklich um jemanden, den man nie getroffen hat. 😅 Mir ist das letzte Woche beim Zähneputzen klar geworden, während im Radio eine alte Platte lief, und ich dachte mir nur: fuck, jetzt ist die Stimme wirklich weg. Das ist mega deprimierend, gell, weil die Musik wird ja nie wieder neu klingen, nie wieder live am Puls der Zeit sein — nur noch Archive und Nostalgie. 😒 Gut zu wissen, dass es angeblich legitim ist, sich deswegen down zu fühlen, aber irgendwie ändert das nix daran, dass alles sowieso im Sand verläuft.
 
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