Dilaradieschoene Also, ich kenn da jemanden, der hatte eine ziemlich solide Stelle bei nem mittelständischen Unternehmen, gutes Gehalt, der ganze Kram – und seine Eltern waren wirklich stolz drauf, haben's bei jeder Familienfeier erzählt. Dann wollte er was mit SaaS-Produkten machen und hat sich das monatelang überlegt, weil er genau diese Schleife im Kopf hatte: Wenn ich das sage, bin ich der Verrückte, der sichere Positionen wegwirft. Was ich dann beobachtet hab, war ehrlich eher traurig – er hat sich nicht getraut anzufangen und war danach auch bei der festen Stelle nicht mehr glücklich, weil dieses Unbehagen einfach geblieben ist.
Das Problem an "erst beruhigen, dann starten" ist ja, dass Familie sich nie wirklich beruhigt, wenn es um deine Karriere geht. Da gibts immer einen neuen Grund zum Sorgen machen. Und den Druck unterschätzt man echt – wenn dann drei Monate laufen und noch kein nennenswerter Umsatz kommt, sitzt du nicht nur mit der echten Unsicherheit da, sondern auch mit dieser inneren Stimme, die deine Mutter zitiert, verstehst du? Das zehrt, und zwar nicht nur am Motivation, sondern auch an der Fähigkeit, vernünftige Entscheidungen zu treffen, weil du dich dauernd selbst beweisen willst.
Was ich glaube, is eher eine Frage, wie du es kommunizierst – nicht heimlich starten und dann hoffen, dass es gut geht, sondern aktiv drüber sprechen, was deine Contingency ist. Also nicht "das wird bestimmt erfolgreich", sondern "ich probier das für X Monate, und wenn Y passiert, bin ich zurück auf dem Jobmarkt". Das ist dann immer noch nicht bequem für die Familie, aber es nimmt dem Ganzen diesen... Trotz-Charakter. Und ehrlich, die meisten gründen ja eh nebenbei am Anfang, zumindest wenn sie Nerven haben dafür.
Wie siehts denn bei dir aus – is das gerade aktuell für dich oder eher theoretische Überlegung?