Samira4657 Da stimm ich dir zu, nur würde ich das anders drehen: Das Problem ist nicht, dass die informalen Strukturen
zu schnell mutieren, sondern dass die Organisationen versuchen, so zu
tun, als würde das Organigramm die Realität abbilden. Bei uns in der letzten Agentur war es ähnlich — auf dem Papier war Thorsten der Lead für Client-Kommunikation, real hat aber Sarah alles gemanagt, weil sie einfach besser verhandeln konnte, und dann sind trotzdem noch Mail-Ketten gelaufen, in denen Leute Thorsten copied haben und sich fragten, warum der nicht antwortet. Das war nicht chaotisch, sondern aktiv destruktiv.
Dein Punkt zur Kultur ist natürlich richtig, mMn fehlt da aber trotzdem eine Kleinigkeit: Es braucht
irgendwo ein gemeinsames Minimum-Verständnis dafür, wer für was formal der Ansprechpartner ist — nicht um es zu befolgen, sondern um zu wissen,
wann man davon abweichen kann. Das ist wie: Wenn du in einer Stadt ankommen willst, ist es egal, ob du das Straßennetz kennst oder nicht, solange du jemanden fragst; aber wenn der Mensch gerade nicht da ist, ist es verdammt praktisch, die Karte zu haben.
Die Slack-Wiki-Lösung von MaulwurfPrime hat das ganz gut gelöst — nicht
die Wahrheit, sondern ein "hier ist, wo die meisten Leute anklopfen und was dann passiert". Hast du bei dir auch schon versucht, so etwas offensiv zu dokumentieren, oder ist es einfach implizites Wissen, das nur die Insider haben?