NervaX Beim Kill-Switch würde ich kurz einhaken: Bei Knight Capital hat der, glaub ich, nicht zu langsam gegriffen, sondern es gab für genau diesen Fall eigentlich keinen sauberen. Soweit ich das aus den Postmortems (das sind Nachanalysen, die nach so einem Vorfall schreiben, was schiefgelaufen ist) in Erinnerung habe, hatten sie das neue Update nur auf 7 von 8 Servern ausgerollt, auf dem achten lief alter Code wieder los. Als sie dann versucht haben gegenzusteuern, haben sie das Update auf den anderen Servern zurückgedreht, und damit wurde es imo sogar noch schlimmer. Die 45 Minuten waren also eher ein Diagnoseproblem als ein Schalter, der zu träge war.
Zu deiner Quellenfrage: Eine belastbare Aufdeckungsquote für Spoofing kenne ich nicht, und ich bin mir mMn auch nicht sicher, ob es die überhaupt geben kann. Bekannt sind nur die erwischten Fälle, z.B. Sarao oder die JPMorgan-Strafe 2020, und die sagen über die Dunkelziffer ja nichts aus. Das ist genau dein Punkt mit dem "nur ein Bruchteil", der klingt nach einer Zahl, hinter der aber eigentlich nur eine Vermutung steht. Falls du irgendwo eine Studie dazu gesehen hast, die das über Schätzmodelle versucht, würde mich interessieren, wie die mit dem Problem umgehen, dass sie die Grundgesamtheit gar nicht kennt.